10 Anzeichen, dass du angepasst bist

Wir alle leiden zumindest teilweise unter sozialer Konditionierung. Das Problem an sozialer Konditionierung ist die Machtlosigkeit, die damit einhergeht, dass wir uns ständig anpassen.
Unglücklicherweise wissen die meisten angepassten Menschen nicht, dass sie angepasst sind, denn sie haben generell verlernt, auf sich selbst zu hören.
Hier sind 10 Zeichen, an denen du erkennen kannst, ob du selbst angepasst bist:

1] Kritisch gegenüber Minderheiten und Andersartigen

Du bist kritisch gegenüber Menschen, die in manchen Lebensbereichen nicht der Norm entsprechen: Vegetarier, Veganer, Reiche, Polygamisten, Erfolgreiche, Alleinerziehende, Esoteriker, Extremsportler, Abstinenzler, Singles, Selbstständige;
Du suchst überall nach Beweisen, dass ungewöhnliche und unangepasste Lebensstile schlecht sind, ohne nur darüber nachzudenken, sie selbst mal auszuprobieren.

Der Kontakt mit unangepassten Lebensstilen zwingt dich oft in den Verteidigungsmodus: Du erklärst, wie sehr dich die dummen Veganer noch motivieren, erst recht viel Fleisch zu essen.
Auch wenn du keine Ahnung hast, hast du eine Meinung:
Du kennst wahrscheinlich keinen polyamourösen Menschen, weißt aber 100%ig, dass Mehrfachbeziehungen über längere Zeit nicht gut gehen können.
Du kennst keinen einzigen Multimillionär, glaubst aber, dass solche Menschen primär von Geld motiviert sind.

2] Du hast kein Lebensziel

Anstatt herauszufinden, was dich wirklich bewegt, hast du dich dazu entschieden, der Herde hinterherzulaufen. Wahrscheinlich bewegt sich dein Leben genau in die Richtung der anderen, mit denen du rumhängst, ohne dass du dich jemals bewusst für diese Richtung entschieden hast.
Eventuell siehst du bereits die Auswirkungen deiner Ziellosigkeit: Du bist an einem Ort angekommen, an dem du niemals wirklich sein wolltest. Vielleicht steckst du schon seit Jahren in so einer Situation fest, die dich nicht erfüllt.

Vielleicht hast du sogar ein Lebensziel, aber es erfüllt dich nicht. Das ist typisch für Ziele, die man sich hat einreden lassen oder die man sich von anderen abgeschaut hat. Die Ziele angepasster Menschen sind Ziele, die oft erst in der Zukunft Erfüllung versprechen und nicht in der Gegenwart. Dadurch wird dir nicht bewusst, dass du wegen deines Ziels unzufrieden bist und nicht deswegen, weil es noch nicht eingetreten ist. Und da dir das nicht bewusst ist, kommst du nie darauf, deine Ziele einmal zu überprüfen.

3] Du erwischst dich manchmal dabei, Dinge aus Gruppenzwang zu tun

Du trinkst, obwohl du dir vorgenommen hattest, heute nichts zu trinken. Du gehst nur in die Schule, um deinen Eltern zu gefallen. Du gehst auf die Party, auf die du keine Lust hast, damit du dazugehörst. Du kaufst dir etwas, was du nicht brauchst, weil jeder sowas hat.
Wenn du etwas nicht tun willst und es letztlich doch tust, weil du jemand anderem gefallen willst, passt du dich an. Vielleicht hast du sogar das Gefühl, keine andere Wahl zu haben, als nach dem Willen von jemand anderem zu handeln (was natürlich Blödsinn ist).

4] Du wirst von Angst angetrieben

Du gehst auf die Arbeit, weil du Angst davor hast, kein Geld zu haben. Du erledigst etwas für deine Eltern, weil du Angst hast, dass sie sonst enttäuscht von dir sind.
Angst macht reaktiv. Wenn du reagierst, statt agierst, passt du dich damit immer der Sache oder der Person an, die diese Reaktion hervorrufen. Du verlierst die Kontrolle über deine Aktionen – und passt dich an.

Vielleicht machst dir oft Sorgen. Das mag soweit gehen, dass deine Sorgen oft das sind, womit du dich in deinen Gedanken am meisten beschäftigst.
Folglich bist du viel zu ängstlich deinem eigenen Willen zu folgen. Schon diese Tatsache macht dich zu einem Angepassten.

5] Du glaubst, du bist nicht 100%ig verantwortlich

Irgendjemand trägt die Schuld dafür, wenn es dir schlecht geht – nur du nicht. Deine Eltern, deine Freunde, deine Arbeitskollegen; du findest schon einen Schuldigen.

Da du selbst keine Verantwortung übernimmst, denkst du auch, dass jemand anderes für dich deine Probleme lösen soll: Wenn sich das und das verändert, kannst du endlich glücklich sein. Nur dumm, dass die Veränderung nicht in deiner Hand liegt!
Nicht zuletzt deswegen liebst du politische Diskussionen: Keiner erhört dich und so kannst du weiter die Rolle des Opfers spielen.

Klar, dass du gerne klagst. Du klagst über das Wetter, das schlechte Fernsehprogramm, die Politik, deine Mitmenschen, den Verkehr, dein Lebensumstände, dein körperliches Unwohlsein, deine Vergangenheit;
Vielleicht hast du dir sogar eine schöne Geschichte ausgedacht, die dein Elend begründet. Vermutlich kommen in dieser Geschichte deine Eltern oder die Gesellschaft im Allgemeinen vor.
Deine Klagen lullen dich vorrübergehend in Selbstmitleid ein (außerdem bekommst du die Bestätigung von anderen), was sich nicht so schmerzhaft anfühlt wie die Wahrheit, dass du selbst für ein Glück verantwortlich bist.

Deutlich zeigt sich dein Drücken vor der Verantwortung auch in deinem bisherigen Erfolg: Er ist kaum oder nur mäßig vorhanden. Den Grund für deinen Misserfolg schiebst du nämlich ebenfalls auf andere: Du glaubst, du bist nicht erfolgreich, weil dir niemand eine Chance gibt.

6] Du glaubst, dass es Dinge gibt, die man tun „sollte“

Man sollte seinen Eltern gehorchen. Man sollte höflich sein. Man sollte auf E-Mails antworten. Man sollte der Gesellschaft nicht auf der Tasche liegen. Man sollte Kompromisse eingehen können. Man sollte manchmal seine Wünsche hinten anstellen können.

Die meisten dieser Regeln hast du irgendwann von irgendjemandem übernommen, ohne überhaupt zu wissen, warum! Dir ist dabei nicht bewusst, dass diese Regeln komplett optional sind und dich nur einschränken.

Klar, dass du diese Dinge auch von anderen erwartest. Schließlich hast du diese Regeln selbst dein Leben lang befolgt. Natürlich ist dir nicht bewusst, dass dir diese Regeln lediglich eingebläut wurden, um dich besser kontrollieren zu können – um dich anpassen zu können. Nun sorgst du automatisch dafür, dass sich auch andere Leute anpassen, indem du ihnen das Gefühl gibst, dass sie schlechtere Menschen sind, wenn sie sich nicht an die gesellschaftlichen Regeln halten. Du bist einfach der perfekte Sklave. Zum Knuddeln. ;)

7] Du bist co-abhängig

Eine Abhängigkeitsbeziehung passt gut in deinen Lebensentwurf: Dein zentrales Problem ist es, dich nicht geliebt zu fühlen. Ansonsten würdest dich nicht ständig anpassen.

Ohne eine Beziehung fühlst du dich deswegen einsam. Vielleicht macht dich das Single-Dasein sogar richtig depressiv.
Der Zustand deiner Beziehung wird zur Messlatte deines persönlichen Glücks.
Klar, dass es deine größte Angst ist, Verlassen zu werden, sobald du in einer Beziehung steckst.

Besonders witzig ist, dass du deine Abhängigkeit vielleicht in Ordnung findest, weil die Co-Abhängigkeit breit gesellschaftlich akzeptiert ist. Vielleicht ist es dir aufgrund der Häufigkeit von Co-Abhängigkeit gar nicht bewusst, dass langfristiges Glück ohne Beziehung möglich ist!

8] Du hast ein Leben wie viele andere Menschen in deiner Demographiegruppe

Kein Wunder, dass Klischees immer stimmen, denn du sorgst persönlich für deinen Teil der Anpassung.
Wenn du eine Frau bist, brauchst du vermutlich ein extra Schuhregal, um deine Schuhe unterzubringen. Wenn du ein Mann bist, interessierst du dich für Sport. Wenn du Anfang 20 bist, gehst du jedes Wochenende feiern. Wenn du in den 30ern bist, denkst du darüber nach Kinder in die Welt zu setzen.

Was das Alter betrifft, wirst du dich witzigerweise in 5, 10 oder 20 Jahren von deinem früheren Ich distanzieren und alle jüngeren kritisieren, die genauso sind, wie du mal warst. Schließlich bist du jetzt so viel reifer und hast den Durchblick. Hast du dich schon erwischt, wie du über die Jugend von heute schimpfst?

9] Du weißt nicht, wer du bist

Du definierst dich über deine Freunde, über deine Herkunft, über deine Hautfarbe, über dein Ansehen, über deinen Erfolg, über das, was du hast oder tust, nur nicht über das, was du bist. Denn wer oder was bist du?

Eine der essentiellen Fragen, die es im Leben zu beantworten gibt, und du hast keinen Schimmer. Wahrscheinlich hast du nie versucht, es herauszufinden.
Da du nicht weißt, wer du bist, merkst du es auch nicht, wenn du dein wahres Wesen verrätst, wenn du dich anpasst.

10] Du denkst, es ist in Ordnung, für andere auf etwas zu verzichten

Gut, dass du das denkst, denn so kann man dich weiter versklavt halten! Du musst deine Wünsche eben manchmal aufopfern. Und so erwartest du auch, dass andere ihre Wünsche aufopfern – ein perfektes System aus Druck und Erwartungen! Und du hältst es selbst aufrecht!
Erwarte dafür nur keinen Preis.

Da die meisten Menschen angepasst sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch du einer der Angepassten bist. Was nun?
Angepasstheit lässt sich wie alle erlernten unterbewussten Verhaltensmechanismen auch wieder verlernen.

Das beste, was du tun kannst, wenn du angepasst bist, ist es, herauszufinden, wer du bist und was du willst. Nur wenn du weißt, was du willst, findest du genügend Motivation, um dich aus der Anpassung herauszubewegen. Ansonsten kann es sein, dass du für den Rest deines Lebens dort feststeckst. Wie die meisten Menschen eben.

Veröffentlicht am 28.September 2009.

Füg diesen Artikel deinen Favoriten hinzu:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Google
  • Live
  • MisterWong.DE
  • MySpace
  • Technorati
  • TwitThis
  • Webnews.de
  • Wikio
  • YahooMyWeb
  • Yigg

Keine verwandten Artikel gefunden.

This entry was posted in Persönliche Entwicklung. Bookmark the permalink.

6 Responses to 10 Anzeichen, dass du angepasst bist

  1. Krasser Artikel, wie ein Schlag ins Gesicht.
    Als ich begonnen habe zu lesen dachte ich nicht, dass vieles auf mich zutreffen könnte. Doch dann kamen völlig unerwartete Punkte, in denen ich mich wiedergefunden habe.

    zum Ende hin dann natürlich Anzeichen Nummer 10, welches mich stark verwundert hat. Ich beschäftige mich zurzeit mit der Darkworker / Lightworker Thematik und frage mich insgeheim, ob ein Lightworker das Anzeichen 10 besitzt oder nicht.

    Was auf mich sonst zutrifft ist:
    teilweise 1)
    2) – da nur verschwommen.
    3)
    4) Glas klar.
    5) unbewusst.
    7) in erfoglsversprechender Bearbeitung
    10)

    Nicht schlecht, das ist eine Schnitt von 60% angepasst.
    Danke für diese kleine Erleuchtung auf dem Weg zur Eigenständigkeit (:

  2. ALICE says:

    @Michael:
    Als jemand, der ständig an seiner Entwicklung arbeitet, entwickelst du dich da schon raus. Wichtig ist, herauszufinden, was DU willst!

    Zum Thema Lightworker:
    Ein Lightworker würde nicht verzichten, weil ihm damit etwas fehlen würde. So wäre es schwieriger, dem großen Ganzen zu dienen.

  3. @Alice
    stimmt. Ein Lightworker sieht keinen Vorteil darin, sich zu vermindern, sondern nur darin, andere zu bestärken.

    Das ist eigenartig, dass Klarheit der eigenen Wünsche dir aus deiner Angepasstheit heraus helfen kann. Vielleicht könnte man (könntest du) eine To Do Liste anfertigen mit Aufgaben, welche diese 10 Bereiche abarbeiten.

    Beispiel:
    1. Finde heraus, was DU willst. Punkt 2) und 9) ist erfüllt.
    2. Du hast ein Recht darauf es dir zu erfüllen. Punkt 3), 6), 7), 10) sind erfüllt.
    3. Du bist 100% verantwortlich. Punkt 5) und 4) sind erfüllt.
    4. Auch wenn andere dich kritisieren, darfst du es dir erfüllen. Du wirst zu einer Minderheit (Punk 1 und 8 sind erfüllt)

    -> Durch Erfahrungen lernst du, wer du wirklich bist. Punkt 9) wird aktualisiert, was Punkt 2) wieder aktualisiert, wo alles von vorne beginnt ..

    das wäre eine schöne Idee für einen Beitrag :) <3

  4. ALICE says:

    @Michael:
    Denk mal nach: Wenn du weißt, was du willst und deinem Willen auch folgst, konfrontierst du dich nach und nach mit jedem dieser Punkte. Ohne das Wissen über deinen Willen bleibst du dagegen stehen und entwickelst dich eher zufällig dahin, wo das Leben dich hinwirft.

  5. Adventure says:

    Trotzdem hat jeder Mensch eine Persönlichkeit. Ich mag nicht wenn jemand grob und unhöflich ist. Also bin ich es auch nicht. Ich kann nicht anders, das bin ich und es stört mich nicht, dass ich im allgemeinen eine freundliche Art habe. Bin ich deshalb angepasst? Bin ich nur unabhängig, wenn ich skrupellos und gemein bin, nie etwas wem anderen zu Liebe mache, niemals einen Kompromiss eingehe? Ich setze mich trotzdem durch und verfolge MEINE Ziele. (Ganz grob gesagt: Wenn ich ein Baby hab und keine Lust hab es zu füttern, wird es verhungern. Wenn ich ein launischer Mensch bin und bei jedem Streit das Bedürfniss habe, meine Frau zu verprügeln, soll ich dem dann nachgehen?)

  6. ALICE says:

    @Adventure: Ob man angepasst ist oder nicht, hat nichts damit zu tun, “skurpelos” oder “gemein” zu sein. Wie in Punkt 1 angesprochen, sind gerade angepasste Menschen oft “skrupelos” oder “gemein” gegenüber Minderheiten, also nicht-angepassten Menschen. Genausowenig hat es damit zu tun, ob man seinen Trieben nachgeht oder nicht – wobei ich wetten würde, dass der Großteil der Angepassten sich ihrer Triebe weniger bewusst sind und ihnen deswegen eher nachgehen.

    Zuletzt hat Anderssein nichts mit Egoismus zu tun. Wenn überhaupt sind die Leute egoistisch, die aus Angst ihr wahres Wesen und ihr wahres Potenzial verbergen und so der Welt nicht annähernd das geben, was sie eigentlich geben könnten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>