Numb

Wer meine Webseite bis jetzt aufmerksam studiert hat, weiß, dass ich nicht nur für eigene Projekte texte, sondern zuweilen auch für andere. Vor ein paar Tagen wurde jetzt der Song Numb veröffentlicht, für dessen Text ich verantwortlich bin. Musikalisch umgesetzt wurde er von der Erlangener Progressive-Rock-Band Ocean Spout, mit denen ich im Februar bereits einen gemeinsamen Gig hatte (und übrigens im Juni wieder einen haben werde). Jetzt steht Numb neben drei weiteren Songs zum kostenlosen Download bei last.fm bereit. Meine Empfehlung: Schnapp sie dir alle!

Numb Download

Numb Lyrics

Ocean Spout bei Myspace

Veöffentlicht am 18.April 2010

7 Strategien, um bessere Songs zu schreiben

Wie lange dümpeln deine Songs schon auf dem gleichen Level vor sich hin? Egal, ob deine Songs mittelmäßig, unter- oder überdurchschnittlich gut sind, wenn du nicht mehr zufrieden mit deiner Songwriting-Entwicklung bist, hilft vor allem eines: die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.

In diesem Artikel habe ich sieben breit angelegte Strategien aufgeschrieben, die dir dabei helfen können, deine Songwritingfähigkeiten über kurz oder lang zu verbessern:

1) Regelmäßig üben

Wie übt man Songwriting? Tja, einfach, indem man Songs schreibt (manchmal sind Lösungen eben doch einfach).

10000 Stunden Übung soll man anscheinend dafür benötigen, um eine Fähigkeit „beherrschen“ zu können. Das glaube ich persönlich zwar nicht (außerdem: definiere mal „beherrschen“), aber mit dem Grundtenor stimme ich natürlich überein: Übung = Fähigkeitensteigerung.

Allerdings habe ich bewusst nicht nur „üben“ geschrieben, sondern auch noch „regelmäßig“. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um die Häufigkeit, sondern um die Einstellung, die man mit der Regelmäßigkeit gewinnt. Um etwas zu üben (gerade, wenn es eine anspruchsvolle Tätigkeit ist), muss man oft zuerst gegen einen inneren Widerstand kämpfen. Wenn du nicht regelmäßig übst, sondern nur dann, wenn es gerade besonders angenehm ist, gewöhnst du dir an, dem Widerstand aus dem Weg zu gehen.
Langfristig gesehen kann es sein, dass du damit viele Momente verpasst, in denen du vielleicht inspiriert gewesen wärst und besonders gute Ergebnisse erzielt hättest, einfach weil du dich nicht durch den Widerstand gekämpft hast.

2) Von anderen lernen

Trial And Error ist zwar eine funktionierende Prozedur, aber warum jeden Fehler selbst noch einmal machen, wenn andere ihn nicht nur schon gemacht haben, sondern auch schon daraus gelernt haben?

Andere Songwriter haben ihre Erfahrungen und Erkenntnisse bereits aufgeschrieben und teilen gerne ihr Wissen mit dir. Zum Beispiel in Songwriting Blogs. Aber auch in Büchern wurde das Thema Songwriting bereits ausgiebig behandelt.
Zwei Bücher, die ich selbst gelesen habe und empfehlen kann: 6 Steps to Songwriting Success: The Comprehensive Guide to Writing and Marketing Hit Songs (Jason Blume) und Songtexte schreiben. Handwerk und Dramaturgie im Songwriting (Masen Abou-Daken)

Eine weitere Möglichkeit von anderen zu lernen, ist es, sich ihre Werke direkt anzusehen und selbst zu analysieren. Zum Beispiel:
- Was ist das tolle an diesem Refrain?
- Wie schafft es der Künstler, die Aufmerksamkeit des Hörers zu erregen?
- Was ist der besondere Hook an diesem Song?
- Wie unterscheiden sich einzelne Songparts voneinander?

Beachte aber auch, von wem du lernst. Von vielen Songs und Bands lässt sich etwas lernen, aber nicht von allen das gleiche. Wenn du lernen möchtest, Musik mit Erfolgspotential zu schreiben, macht es keinen Sinn, die Songs von der Proberaumband im Nachbargebäude zu analysieren. Und wenn du lernen möchtest, besonders experimentelle Musik zu schreiben, bringt dir ein Blick in die Charts kaum etwas.

3) Bewusstsein klären

Manche Zeitgenossen werden erst nach einer Flasche Bier oder einem Joint richtig kreativ. Der Grund davon ist simpel, dass man mit Drogenkonsum den „inneren Zensor“ (die kritische Gedankenstimme der linken Gehirnhälfte) ruhiger stellen kann.

Dein Körper soll aber nicht leiden unter deiner Tätigkeit, sondern erblühen! Deswegen ist mein Vorschlag, einfach zu lernen, wie man den inneren Zensor ohne Drogen zum Schweigen bringt.

Eine offensichtlicher Weg ist Meditation. Wenn du schon mal erfolgreich meditiert hast, weißt du, wie es ist, wenn die Gedankenstimme im Kopf nichts mehr zu sagen hast. Regelmäßige Meditation kann dir auch im Alltag dabei helfen, schneller zur Ruhe zu kommen und störende Gedanken loszulassen.

Auch andere Dinge können helfen, dein Bewusstsein zu entwirren: etwa eine Ernährungsumstellung (schon bemerkt, wie sich bestimmte Nahrungsmittel auf dein Bewusstsein auswirken?), Sport und Bewegung, Abstinenz von Alkohol, Nikotin, Koffein und Drogen allgemein (wenn dein Bewusstsein schon relativ klar ist, ziehen dich solche Stoffe sonst wieder nach unten), tiefes Atmen und ein bewussterer Lebensstil (z.B. bewusstes Konsumieren) an sich.

Es gibt außerdem einige andere Möglichkeiten, den Kopf frei zu bekommen.

4) Bereit sein für die Inspiration

Wann hat man die besten Ideen? Richtig. In unpassenden Momenten. Sind dir schon Ideen verloren gegangen, weil du sie unter der Dusche, auf einer Party oder beim Joggen hattest? Wenn du nicht bereits sehr reich bist, kannst du es dir nicht leisten, weitere 1-Million-Euro-Ideen zu vergessen.

Gute Ideen sind das Potenzial für gute Songs. Deswegen: Seit bereit für die Inspiration – darauf, dass sie jede Sekunde eintreffen könnte. Trage immer einen Block und einen (funktionierenden!) Stift bei dir. Wenn ein Block zu viel Umstände machen würde, kann auch ein Stück Papier genügen.

Als Musiker hast du idealerweise auch noch immer einen Recorder bei dir, mit dem du Melodiefetzen, die dir in den Sinn kommen, aufnehmen kannst. MP3-Player haben oft eine Recordingfunktion und sind daneben auch noch klein und handlich.

5) Songwriting-Verfahren überdenken

Um Songs zu entwickeln, jammen viele Musiker allein oder in der Gruppe vor sich hin, bis aus einzelnen Melodien und Rhythmusgerüsten schließlich etwas Zusammenhängendes entsteht. Es ist keine Schande, sich niemals Gedanken über die Struktur eine Songs oder die Optimierbarkeit bestimmter Melodien zu machen, ab einem gewissen Ehrgeiz macht es aber Sinn, sich mit den eigenen Vorgehensweisen auseinanderzusetzen.

Wenn du nämlich zu lange im selben Verfahren feststeckst, kann es sein, dass du immer mit den gleichen Lösungen aufkreuzt. Dadurch kann es sein, dass deine Songs langweilig oder zumindest sehr berechenbar werden.
Deinen Songwriting-Prozess zu erneuen kann dir auch dabei helfen, neue Inspiration zu finden.
- Wie wäre es, mal auf der Gitarre zu komponieren, anstatt immer nur mit dem Keyboard?
- Wie wäre es, mal mit dem Beat anzufangen, statt mit der Melodie?
- Wie wäre es, mal einen Blick in ein Harmonielehrebuch zu werfen, anstatt zu improvisieren?
- Wie wäre es, mal bestimmte Wörter aus deinem Text zu verbieten – oder ein paar Wörter zur Bedingung für einen neuen Text zu machen?
- Wie wäre es, mal einen Song in mehreren Sessions zu schreiben, anstatt an einem Abend?
- Wie wäre es mal mit einer Kollaboration mit einem anderen Musiker?

Möglichkeiten, einen Song zu schreiben, gibt es mindestens so viele, wie es Songwriter gibt. Auch hier kannst du viel von anderen lernen. Vielleicht findest du ja sogar Informationen darüber, wie deine Lieblingsband bei ihrem Songwriting-Prozess vorgeht (ich bin nicht die einzige bloggende Musikerin).

6) Neues ausprobieren

Generell kann es helfen, seine Ohren mit anderen Sounds und seine Gedanken mit andere Worten zu erfrischen. Das fördert nicht nur die Inspiration, sondern auch die Fähigkeiten.

Beispielsweise könntest du ein anderes Genre ausprobieren.
Wenn du Rockmusik schreibst, hast du schon mal einen meditativen Ambienttrack geschrieben? Oder wie wäre es mal mit einem klassischen Arrangement, wenn du sonst nur Electro-Pop schreibst?

Eine weitere Idee ist es, ein neues Instrument zu lernen, um es besser zu verstehen und damit auch besser komponieren zu können. Das ist zwar etwas aufwändiger, hat aber dafür noch weitere Verwendungen: Schließlich könntest du das neue Instrument auch selbst einspielen bzw. bei Live-Auftritten einsetzen, wenn du live unterwegs bist.

Es gibt noch viele weitere Dinge, die du ausprobieren kannst. Mir fallen jetzt noch ein:
- Musik für einen Film, ein Computerspiel schreiben
- mehrere Tracks zu einem Thema schreiben
- Musik zu einem Buch, einem Text, einem Gedicht schreiben
- eigene Sounds kreieren und für die Komposition benutzen
- Sounddesigning lernen
- Songs im Stil eines bestimmten Künstlers komponieren

Aber es gibt sicherlich noch mehr.

7) Von Feedback lernen

Wenn du an deinen Fähigkeiten feilen möchtest, kann eine Meinung von jemand anderem über deine Fähigkeiten dir dabei helfen, den Überblick zu bewahren. Man selbst hat nie den Abstand, auf den es ankommt, wenn es darum geht, seine eigenen Fähigkeiten zu beurteilen. Andere Leute achten auf andere Dinge und können dir deswegen in Bereichen weiterhelfen, in denen du sonst nur schwer weiterkommen würdest.

Dabei ist jede Meinung gefragt, solange sie nur konstruktiv ist. Kritiken von Leuten, die deine Fähigkeiten generell in Frage stellen oder ihre Vorschläge nicht artikulieren können, kannst du getrost ignorieren.

Am besten ist es auch, wenn du Leute fragst, die mit dem Genre deiner Musik generell was anfangen können. Schließlich bringt es dir nichts, zu wissen, dass der Reggae-Typ deinen Gothic-Song „zu depressiv“ oder der Blues-Gitarrist deinen Techno-Song „zu elektronisch“ findet.

Ansonsten kannst du jeden fragen, egal, ob Musik-Laie oder –Profi, egal ob Fan oder Ersthörer. Da jeder sein individuelles Ohr hat, werden jedem auch unterschiedliche Dinge auffallen und unterschiedliche Hinweise für dich haben, die dir helfen können, deine Fähigkeiten zu verbessern.

Um die einzelnen Meinungen (die sich manchmal auch widersprechen werden) zusammenzutragen, reicht es, alle zusammen in einem Dokument zu notieren und als Inspirationsliste für deine nächsten Werke zu nutzen.

Sicherlich gibt es noch mehr Dinge, die du tun kannst, um dein Songwriting zu verbessern. Während einige Ideen sich sofort umsetzen lassen, braucht es für andere etwas Zeit und für einige ein bisschen Mühe. Vielleicht unterscheiden sich schon hier die Leute, die mit ihrem Songwriting letztlich erfolgreich werden und die, die es nicht werden: Die Leute, die den Willen zum Erfolg haben, sind eher bereit, ihre Zeit und Kraft für ihre Fähigkeit zu investieren, als die, denen dieser Wille fehlt.

Veröffentlicht am 9.April 2010

Script Frenzy 2010

Zum ersten Mal bin ich dieses Jahr beim Script Frenzy dabei. Script Frenzy ist ein Contest (ähnlich wie der NaNoWriMo), bei dem es darum geht, während des April ein „Script“ von mindestens 100 Seiten zu schreiben. Ein Script, das kann vieles sein: Vom Film-Drehbuch über das Theaterstück bis zum Script eines Textes für einen Comic. Interessant zum Schreiben ist das Ganze schon deswegen, weil Scripts anders als zum Beispiel Erzählungen hauptsächlich aus Dialogen bestehen.

Ich habe mich dazu entschieden, ein Theaterstück zu schreiben. Die Entscheidung kam vielleicht unbewusst daher, dass ich damit schon vertrauter bin, als mit dem Schreiben anderer Scripts, da ich schon mal ein Theaterstück geschrieben habe (ist allerdings schon mindestens zwei, drei Jahre her).

Bisher habe ich zwar eine ungefähre Richtung für die Story, weiß aber noch nicht, was im Einzelnen passieren wird. Ich lass mich also wie schon beim letzten NaNoWriMo von der Story überraschen.

100 Seiten

Anders als beim NaNoWriMo, bei dem eine Wortzahl von 50000 Wörter als Ziel vorgegeben ist, geht man beim Script Frenzy nach Seiten. 100 Seiten innerhalb von 30 Tagen entsprechen ca. 3-4 Seiten am Tag. Eine Drehbuchseite lässt sich allerdings nicht mit einer Romanseite vergleichen.
Wer schon mal ein Drehbuch gesehen hat, weiß, dass es vorallem sehr viel „weiß“ enthält.

Software

Um sich nicht mehr um das Format, als um das Schreiben zu kümmern, gibt es unter anderem spezielle Software. Ich habe mein Theaterstück mit dem Programm Celtx begonnen. Die Software liefert bereits einige Beispielscripte und es ist problemlos möglich, sofort mit dem Schreiben zu beginnen.
Celtx ist Freeware, daneben gibt es aber natürlich auch kommerzielle Software (z.B. Final Draft), die ich selbst aber nicht getestet habe.

Motive

Wie schon beim NaNoWriMo geht es mir auch diesmal vorrangig darum, etwas zu schreiben, was ich sonst vielleicht nicht schreiben würde. Es gibt aber noch einige weitere Gründe, die dafür sprechen, mitzumachen:
- Spaß
- neue Erfahrungen machen
- Schreibfähigkeiten trainieren
- Word Count für das WriYe pushen ;)

Community

Wenn ihr selbst beim diesjährigen Script Frenzy dabei seid, würde ich mich über euren Add freuen!

Statistik:

geschriebene Seiten: 6
Noch zu schreibende Seiten: 94

Veröffentlicht am 2.April 2010