30 Tage vegan

Es ist mal wieder Zeit für ein Experiment. Diesmal nicht unbedingt ein kreatives, sondern eher ein gesundheitliches. Ich habe vor, mich (gezählt ab 30.August) 30 Tage lang ausschließlich vegan zu ernähren.

Seit 2008 ernähre ich mich jetzt vegetarisch. Begonnen hat das damals ebenfalls mit einem 30-Tage Test. Nach einigem hin und her blieb ich dann letztlich beim Vegetarismus.

Das war auf jeden Fall eine sinnvolle Verbesserung für mich. Mittlerweile bin ich aber an dem Punkt angekommen, an dem ich mit meiner Ernährungsweise nicht mehr so zufrieden bin. Oder zumindest halte ich sie für verbesserungswürdig.

Was mich vor allem nervt, ist meine schnell fettende Haut (inkl. Kopfhaut), sowie Pickel. Ich vermute stark, dass diese Symptome mit meiner Ernährung zusammenhängt. In einer kurzen Fastenperiode von sechs Tagen, die ich im Frühjahr absolviert habe, hatte ich damit nämlich gar keine Probleme und bereits vorhandene Pickel verschwanden zu der Zeit im Nu.

Was außerdem besser sein könnte, ist mein alltäglicher Energielevel. Ich schlafe relativ viel (in der Regel mehr als 9 Stunden, oft aber auch mehr als 10 Stunden), um fit zu sein. Das würde ich am liebsten aufhören. Da ich oft von erhöhten Energieleveln nach bestimmten Ernährungsumstellungen gelesen habe und schon bei meiner Umstellung zum Vegetarismus leichte Veränderungen bemerkt habe.

Vegane Ernährung?

Veganer ernähren sich fleischlos und ohne tierische Produkte. Während Vegetarier also auf Fleisch (inkl. Fischfleisch) verzichten, verzichten Veganer in ihrer Ernährung zusätzlich auf Eier, Milch(produkte) und Honig.

Mehr Antworten über die vegane Ernährung, findet man übrigens hier: Vegan-FAQ

Veganismus – Warum?

Abgesehen davon, dass Veganismus der nächst-logische Schritt nach dem Vegetarismus ist, hat mich am meisten wohl der Blogger Steve Pavlina (sowie seine Online-Community) beeinflusst. Der ist in vielen Dingen mein Vorbild und hat mich damals auch zum Vegetarismus inspiriert. Zwar ist Steve noch eine Stufe weitergegangen und ernährt sich momentan zu 90% roh – aber ein Schritt nach dem andern.

Nachdem ich bereits einige kleine Tests in Richtung Veganismus unternommen habe (wobei der längste sechs Tage lang war), hege ich ein paar Zweifel daran, was Eier und vor allem Milch in meiner Ernährung zu suchen haben. Die Tests dieser Art gingen eigentlich immer pro-vegan aus.

Wissenschaftlich gesehen, gibt es sowohl für die eine Seite, als auch für die andere Seite Argumente und Beweise – wie das halt immer so ist. Deshalb verlass ich mich, wie immer, nicht auf die Wissenschaft, sondern auf meine eigenen Erfahrungen. Das Schöne daran, wenn man sich auf seine eigenen Erfahrungen stützen kann, ist übrigens, dass sie einem niemand streitig machen kann. Vor allem bei Diskussionen ein guter Vorteil!

Eigentlich wollte ich den Schritt zum Veganismus schon längst unternehmen – aber die Zeit schien nie reif. Irgendwie war ich einfach noch nicht bereit. Dann – vor ein paar Tagen – kam plötzlich die Inspiration, ich recherchierte ein bisschen, suchte ein paar Rezepte zusammen – und zack, die Sache war beschlossen.

Hinzufügen möchte ich hier noch, dass meine Schritte zum Veganismus nicht ethisch oder moralisch (sowieso, zu Hölle mit der Moral!) motiviert sind. Das heißt nicht, dass ich Gewalt an Tieren unterstützen möchte – ich sage das nur deswegen, weil man als Minderheit oft mit anderen über einen Kamm geschert wird und sich viele Leute nicht die Mühe machen, den Einzelnen zu verstehen. Veganismus aus gesundheitlichen Gründen ausprobieren? Ja, das kann man! Wenn man dann nebenbei sogar noch das Weltleiden verringern kann, umso besser.

Veganismus – Wie?

Für mich bedeutet Veganismus vor allem erstmal der Verzicht auf Eier und Milchprodukte. Ich werde zwar in den kommenden 30 Tagen auch auf Honig verzichten –das wird allerdings kaum einen Unterschied machen, da ich bisher sowieso nur sehr unregelmäßig Honig konsumiert habe.

Während der 30 Tage werde ich lediglich meine Ernährung auf vegan umstellen. Da ich vor allem gesundheitlich motiviert bin, möchte ich meinen Fokus erstmal darauf lenken. Es ist aber nicht auszuschließen, dass ich in der Zukunft auch bei anderen Produkten auf vegane Alternativen umschwenke. Allerdings muss ich dazu noch ein bisschen recherchieren.

Ohne Milch und Eier auszukommen, bedeutet für mich, auf die meisten meiner alltäglichen Gerichte (in ihrer traditionellen Form) zu verzichten. Stattdessen sehe ich mich nach Alternativen um. Dazu habe ich mir ca. 50 vegane Rezepte herausgeschrieben, von denen ich versuchen werde, jeden Tag ein neues zu probieren. Eine weitere Möglichkeit ist es, Milchprodukte innerhalb der Gerichte direkt durch Milchersatzprodukte zu ersetzen. Das ist sicherlich eine bequeme Option, obwohl es auch nicht ganz ohne ist, entsprechende Ersatzprodukte überhaupt bei den Lebensmittelhändlern zu finden. Zudem sind solche speziellen Produkte etwas teurer.

Was Mangelerscheinungen betrifft, muss man sich als Veganer übrigens keine Sorgen machen, solange man sich ausgewogen ernährt. Lediglich an Vitamin B12 ist mit veganer Ernährung relativ schwierig zu gelangen, kann teilweise aber vom Körper selbst produzieren werden und ist nur in sehr geringen Mengen nötig. Viele Veganer nehmen deswegen B12-Zusätze. Da die B12-Reserven des Körpers Monate und Jahre halten, werde ich mir in den 30 Tagen erstmal keine Gedanken darum machen.

30 Tage

Wie gesagt, ist das ganze erstmal auf 30 Tage begrenzt. Sollte ich an Tag 30 denken: „Oh nein, da will ich nicht wieder zurück“, kann ich natürlich weitermachen. Bei Nicht-Gefallen oder Unsicherheit, erlaube ich mir aber nach Tag 30 wieder ins Vegetarierland zurückzukehren.

Das hat nicht nur den Hintergrund, dass ich die neue Gewohnheit erstmal testen möchte, sondern auch den psychologischen Vorteil, dass ein Ziel von 30 Tagen viel leichter zu bewältigender ist, als ein „für immer, ab morgen“-Plan, den viele Leute benutzen (und mit dem viele Leute scheitern).

Eventuell gibt’s den Monat das eine andere Update zu dem Thema – je nachdem, wie erzählenswert meine Erfahrungen so sind. Spätestens aber, wenn die 30 Tage vorbei sind, werde ich wieder Bericht erstatten.

Veröffentlicht am 4.September 2010

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One Response to 30 Tage vegan

  1. Björn says:

    Habe früher vegetarisch gelebt und fast ein Jahr auch vegan. War auf jeden Fall gut für Ausdauersport. Viel querfeldein gelaufen in der Zeit. Viel Sprossen-Ziehen und Tofu-Ansetzen machte da schon Sinn. Bei körperlichen Belastungen kann imho Achtgeben nicht schaden. Allemal interessante Zeit. Viel Spaß dabei!

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