Barfuß laufen
Seit März hat sich der Zustand meiner Schuhe kaum verändert. Warum? Einfach weil ich sie seitdem nur noch selten angezogen habe. Stattdessen habe ich begonnen, barfuß zu laufen.
Wie ich genau auf die Idee gekommen bin, weiß ich auch nicht mehr. Nach einer kurzen Recherche im Internet über die Möglichkeit des Barfußlaufens war es mir allerdings schnell klar, dass ich es unbedingt ausprobieren wollte.
Temperatur
Zwar war es im März noch nicht sonderlich warm, aber das schadete meinen Füßen überhaupt nicht. Stattdessen wirkte ein kurzer Spaziergang um den Block – vor allem bei kaltem Regen – wie ein erfrischendes Kneipp-Bad. Nach dem Aufstehen ein perfekter Wachmacher.
Probleme bereitete mir es dagegen, wenn der Boden von der Sonne zu aufgeheizt war. Das kam glücklicherweise diesen Sommer noch nicht besonders oft vor. Bei Hitze hilft es am besten, mit ein paar schnellen Sprüngen in den nächsten Schatten zu gelangen.
Raue Böden + Hornhaut
Schwierig war es anfangs, auf besonders rauem Teer zu laufen – gerade wenn es kalt und nass war. Auch Böden, die mit kleinen Steinen übersät sind, sind am Anfang nicht unbedingt ein Genuss.
Schon nach kurzer Zeit des Barfußlaufens bildet sich aber eine dicke Hornhaut, die den Fuß vor Verletzungen auf dem rauen Boden schützt.
Mittlerweile empfinde ich die wenigsten Flächen als schmerzhaft oder als zu rau.
Bodenunterschiede
Bereits am Anfang ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich sich bestimmte Flächen anfühlen können. Wusstest du, dass das Material, aus dem Zebrastreifen und andere Verkehrslinien gemacht sind, ganz angenehm weich ist?
Die Bodenunterschiede zu erspüren ist nicht nur interessant, sondern macht auch Spaß. Durch den Tastsinn wird das Erleben der jeweiligen Situation intensiviert.
Verletzungsgefahr
Ein einziges Mal ist es mir in der ganzen Zeit passiert, dass ich in etwas hineingetreten bin und mich dabei verletzt habe. Ein kleines Steinchen hat meine Haut aufgerissen.
Das Klischee mit den Glasscherben, in die man überall hineintritt, wenn man barfuß läuft, kann ich gar nicht bestätigen. In Bamberg zumindest liegen weder besonders viele Glasscherben noch andere spitze Gegenstände herum.
Ich laufe allerdings auch nicht viel zu kritischen Zeiten an kritischen Orten herum (beispielsweise Freitag nach vor einer Disko), sondern laufe sowieso lieber dort entlang, wo es ruhig ist.
Reaktionen der Schuhträger
Immer wieder haben mich Leute auf meine Schuhlosigkeit angesprochen, teilweise sagen hier Blicke auch mehr als Worte. Wer besorgt ist, wie er barfuß auf andere wirken könnte, kann das Barfußlaufen als eine gute Übung sehen, die eigene Komfortzone zu erweitern.
Wirklich negative Reaktionen habe ich selbst nicht erlebt, auch nicht, wenn ich in Läden und Restaurants unterwegs war. Teilweise haben mich fremde Leute sogar positiv darauf angesprochen. Andere waren kooperativ: In einem Lebensmittelgeschäft wurde ich darauf hingewiesen, in einem bestimmten Bereich vorsichtig zu sein, weil dort gerade eine Flasche heruntergefallen war.
Sonstiges
Witzigerweise fühlt es sich, zumindest für mich, wirklich anders an, barfuß zu laufen. Und das eben nicht nur an den Füßen, sondern ganz allgemein.
Wenn ich barfuß laufe, fühle ich mich bodenständiger – mit der Erde besser verbunden – und dadurch auch selbstbewusster.
Gleichzeitig fühle ich mich freier (kein Wunder, ich bin ja nicht mehr eingeengt von meinen Schuhen) und ich nehme meinen Körper besser war.
Ich bin froh, dass ich diese Entdeckung gemacht habe. Vor allem, weil sie so einfach umzusetzen ist und man es trotzdem schafft, damit etwas zu verändern.
Wieder ein Stück mehr Lebensqualität für umsonst.
Veröffentlicht am 26.Juli 2009
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und wann legst du deine restlichen kleider ab und spazierst nackt durch die gegend?
Kommentare by THORSTEN — July 26, 2009 @ 2:42 pm
Wenn die Zeit reif dafür ist!
Kommentare by ALICE — July 26, 2009 @ 2:51 pm
Hört sich abenteuerlich an
In Bamberg hat man ja eher das Problem mit Kopfsteinpflaster. Ansonsten wird es nur gefährlich, wenn du an der Sandkerwa barfus durch die Sandstraße läufst 
Willst du das im Winter dann auch durchziehen? Bei Minus Graden kann ich mir das schon besonders eklig vorstellen
Kommentare by hombertho — July 26, 2009 @ 9:02 pm
@hombertho: Hm, was ist denn das “Problem mit Kopfsteinpflaster”?
Bei Minusgraden ist das Barfußlaufen wahrscheinlich auch nicht lange empfehlenswert (ich brauch meine Zehen noch). Aber ich nehme mir vor, es solange durchzuhalten, wie möglich.
Kommentare by ALICE — July 28, 2009 @ 3:10 am
Ich bin total mit dir einverstanden, ich fühle mich auch bodenständiger, besser mit der Erde verbunden, selbstbewusster und freier seit ich barfuß gehe! Es ist ein ganz anderes Gefühl, und ein wunderbares dazu!
Die Körperhaltung ist auch verschieden, man geht anders, der Rücken und die Gelenke werden viel weniger belastet. Es ist einfach wunderbar.
Kommentare by Rose — August 15, 2009 @ 6:43 pm
@Rose: Stimmt! Das mit der Körperhaltung fehlt in meinem Artikel noch.
Kommentare by ALICE — August 16, 2009 @ 10:30 pm
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