Veröffentlicht am 18.März 2009
Was ist mit deiner Traumkarriere? Lebst du sie oder träumst du sie bisher nur? Bist du ein Schriftsteller ohne Buch?
Ein Schriftsteller ohne Buch, das ist nur eine Analogie. Ein Schriftsteller, der vom Romanschreiben leben möchte, aber noch keinen Roman geschrieben hat, kann unmöglich davon leben. Wenn du etwas verkaufen möchtest, brauchst du ein Produkt. Wenn du einen Traum leben möchtest, musst du ihn zuerst verwirklichen. Das ist keine große Neuigkeit und doch scheinen viele Leute dieses Prinzip noch nicht verinnerlicht zu haben.
Es ist ein Unterschied, ob du von etwas träumst oder ob du etwas wirklich willst. Wenn von etwas träumst, brauchst du nichts dazu zu tun; alles findet in deinem Kopf statt und du machst keine Anstalten das Ganze in die Realität umzusetzen. Ein Traum genügt sich selbst. Ein Wille dagegen erfordert Bewegung: Du willst von Punkt A nach Punkt B. Punkt A und Punkt B sind vielleicht Orte in einer Stadt, vielleicht sind es aber auch zwei unterschiedliche Berufe. Ist dein Drang, Schriftsteller zu werden ein Traum oder ein Wille? Träumst du noch oder handelst du schon?
Du möchtest Schriftsteller werden? Wie oft und wie lange schreibst du an deinem Buch? Täglich? Zweimal die Woche? Einmal im Monat? Das letzte Mal vor einem halben Jahr? Es ist kein Problem, wenn du selten schreibst, aber denke auch an die Konsequenzen. Wenn das Ergebnis so weit wegrückt, dass du nicht mal ungefähr den Zeitpunkt bestimmen kannst, an dem es fertig werden soll, hast du es vielleicht nur mit einem Wunschtraum zu tun. Du solltest immer in etwa wissen, wann du ein Projekt abschließen möchtest. Nur so kannst du sicherstellen, dass du dranbleibst, wenn du nicht gerade jemand bist, der sowieso acht Stunden täglich an seinen Projekten arbeitet.
Vielleicht willst du schon seit Jahren Schriftsteller werden. Warum bist du es noch nicht? Warum ist dein Roman noch nicht geschrieben? Und wie lange möchtest du so weitermachen? Wenn du das letzte Jahr kaum an deinem Projekt weitergekommen bist, wie groß ist dann die Chance, dass du dieses Jahr besonders weit gekommen bist? Willst du es wirklich oder ist es doch nur ein ferner Traum?
Natürlich bedeutet ein Projekt Arbeit. Der Tag, an dem du dich entscheidest, Schriftsteller zu werden, kommt kein Engel vom Himmel und überreicht dir deinen Debutroman, mit dem du fortan Geld verdienen kannst. Jeder Schriftsteller startet ohne Buch. Der Unterschied zwischen denen, die es wirklich schaffen und denen, die nach Jahren immer noch nur träumen, ist der, dass die, die es schaffen, gehandelt haben.
Warum arbeitest du in diesem Moment nicht daran, deinem Traumberuf näher zu kommen? Was machst du, wenn du diesen Artikel fertig gelesen hast? Lenkst du dich weiterhin davon ab, dass du heute noch nicht versucht hast, weiterzukommen? Kommst du deinem Projekt heute näher oder nicht?
Nicht jedes Vorhaben hat immer die höchste Priorität, aber mach dir nichts vor. Es gibt eine Menge Ausreden, die du dir erzählen kannst. Wenn du nicht ehrlich zu dir bist, kannst du allerdings nie den Schritt vom fernen Traum zum festen Willen machen.
Verantwortung übernehmen
Du möchtest deinen Traum zu einem Willen machen? Dann musst du beginnen Verantwortung dafür zu übernehmen. Der Wille Schriftsteller zu werden, bedeutet, Verantwortung für deine Karriere zu übernehmen. Solange du glaubst, dass die Wirtschaftslage oder dein Boss für deine Karriere verantwortlich ist, schaffst du es nie. Dein Boss wird nicht dafür sorgen, dass dein Roman fertig wird.
Du musst auch Verantwortung für deine Zeit übernehmen. Niemand anderes als du ist dafür verantwortlich, wenn du lieber den Abend vor dem Fernsehen verbringst, als die Zeit zu nutzen, an deinem Roman weiterzuschreiben. Du entscheidest und deswegen bist du verantwortlich. Je mehr Verantwortung du für dich selbst übernimmst, desto mehr kannst du in deinem Leben bestimmen.
Ein Schritt zu mehr Verantwortung ist es, zu akzeptieren, dass du dafür verantwortlich, wo du jetzt bist. Denk an deine finanzielle Situation, deinen Tagesablauf, deinen Glauben, die Beziehungen in deinem Leben, halte kurz inne und gib es zu: „Jep, das war ich.“
Genauso wie du für deine jetzige Situation Verantwortung übernimmst, kannst du für deine Zukunft übernehmen. Mach dir klar, dass du derjenige bist, der für deine Zukunft verantwortlich sein wird und niemand sonst. Sag zu dir: „Ich bin dafür verantwortlich, X zu erreichen“.
Ich weiß nicht, wie
„Ich weiß nicht, wie“ ist die absolut schlechteste Ausrede, um keine Verantwortung zu übernehmen. Niemand weiß, wie etwas geht, bevor er es wirklich getan hat. Gerade deswegen musst du es ja tun. Jeder professionelle Schriftsteller hat irgendwann sein erstes Buch geschrieben. Du hast vielleicht sogar den Vorteil, dass du vom Wissen anderer profitieren kannst, wenn das, was du tun möchtest, schon jemand vor dir getan hat. Um beim Bild des Schriftstellers zu bleiben: Es gibt eine Menge Literatur darüber, wie man schreibt oder wie man kreativer wird – viele Informationen findest du sogar kostenlos im Internet. Du weißt nicht, wie es geht? Dann informiere dich, probiere es aus und lerne.
Wenn du deine ersten Gehversuche in einem neuen Bereich wagen möchtest, ist es am besten, wenn du dich gleich richtig reinstürzt. So lernst du nicht nur auf einmal eine Menge, sondern verlierst auch die Angst, die du als Anfänger natürlicherweise mitbringst.
Möglichkeiten nutzen
Für Schriftsteller und Musiker habe ich eine interessante Möglichkeit ausprobiert, das Projekt „eigener Roman“ und „eigenes Album“ zu verwirklichen.
NaNoWriMo
Beim NaNoWriMo schreibst du einen Roman in 30 Tagen. Der NaNoWriMo findet jeden November statt. Die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, kannst du ebenfalls in diesem Blog lesen.
FAWM
Beim FAWM geht es darum, ein Album mit mindestens 14 Songs in 28 Tagen zu schreiben. 28 Tage, weil der FAWM jeweils im Februar stattfindet. Auch daran habe ich teilgenommen.
Der NaNoWrimo und der FAWM sind deswegen besonders, weil sie den Teilnehmer zwingen, intensiv an einem Projekt zu arbeiten. Da nicht der Anspruch erhoben wird, dass das Ergebnis lesbar oder hörbar sein soll, brauchst du außerdem keine Angst zu haben, nicht gut genug zu sein. Ein weiterer gewaltiger Vorteil liegt darin, dass tausende Menschen in aller Welt an diesen Veranstaltungen teilnehmen. Es ist also ein Leichtes, Mitstreiter zu finden.
Durch solche Aktionen kannst du die Angst vor einem großen Projekt verlieren. Die Erfahrung, die du dabei gewinnst, wird dir dann helfen, so ein Projekt auch ohne eine derartige Aktion umzusetzen.
Vielleicht belächelst du den Erfolg eines NaNoWriMo-Autors: Ein schlechtes Buch schreiben – das kann doch jeder! Gute Bücher zu schreiben ist doch die Kunst.
Vielleicht. Aber wer hat die größeren Chancen, Schriftsteller zu werden? Jemand, der ein schlechtes Buch geschrieben hat oder jemand, der kein Buch geschrieben hat?
Wenn du jetzt nicht an deinem Projekt arbeitest, wann dann? Willst du Verantwortung übernehmen und den Traum zu einem Teil deiner Realität machen, oder nicht?
Du kannst jeden Tag etwas dafür tun, deinem Traum näher zu kommen. Spar dir dein „Aber“. Die Energie, mir zu widersprechen kannst du sinnvoller für deine Arbeit an deinem Projekt verwenden.
Wie lange möchtest du dir noch erzählen, dass du einen Roman schreiben wirst, während du etwas ganz anderes tust? Wie lange möchtest du noch warten, bis du anfängst an deinen Traum zu glauben? Und wann machst du ihn real?
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“….aber ich weiß doch nicht, wie man das mit dem Kommentieren macht… ”
Haha, nein im Ernst, der Artikel ist gut, trifft genau ins Schwarze. Selbstmotivation ist das Stichwort und Umsetzung der Träume in die Realität. Und auch der immer wieder von dir angesprochene Punkt mit der verschenkten Zeit hat viel Wahres.
Ich hab mir den Text direkt ausgedruckt!
Viele Grüße,
Julia
@Julia: Lol.
Freut mich, dass dir Artikel gefallen hat.
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Toller Artikel!!
Danke. Hat mir wirklich gefallen. Liebe Grüße an dich.
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