Der Weg ist das Ziel

Veröffentlicht am 27.Januar 2009

Die letzten Tage habe ich an einer Übersicht gearbeitet. Einer großen To-do-Liste und Ideensammlung für meine Musikkarriere. Insgesamt habe ich so acht Seiten Material gesammelt. Unterteilt habe ich die Übersicht in die Bereiche Musikproduktion, Marketing, Auftritte und Monetarisierung.

Dabei kam für mich die Frage auf, wie ich mir den idealen Beruf vorstelle. Mein Kopf füllte sich sofort mit entsprechenden Bildern. Diese Bilder, wie mir auffiel, hatten eines gemeinsam: Sie handelten von Aktivitäten und nicht von Ergebnissen. Es ging darum, was ich tun wollte und nicht darum, was ich haben wollte.

Diese Einsicht ist weniger trivial, als sie vielleicht scheinen mag. Ob uns die Resultate oder die Wege, die dort hinführen, wichtiger sind, wirkt sich auf den alltäglichen Umgang mit unseren Zielen aus.

Wenn ich mir vorstelle, dass es nur um das Erreichen meiner Ziele geht und der Weg nur zweitrangig, vielleicht sogar nur ein notwendiges Übel, ist, fühle ich mich gehetzt, unter Druck und etwas unzufrieden. Am liebsten würde ich den Moment fliehen und direkt in die Zukunft springen, um das Gefühl zu haben, mein Ziel erreicht zu haben.
Der Weg, den ich vor mir sehe, erscheint mir als lang und beschwerlich. Wenn es im Leben eine Tastenkombination gäbe, mit der ich cheaten könnte, würde ich es jetzt tun. Die Million ist mir wichtiger, als die Arbeit dorthin, meine Bekanntheit ist mir wichtiger, als Menschen kennenzulernen, ein Buch geschrieben zu haben, ist mir wichtiger, als eines zu schreiben.
Und noch ein Gefühl kommt dazu: Ich fühle mich, als würde ich in einem Hamsterrad laufen. Denn ich weiß, dass die Befriedigung, die ich aus einem Ergebnis ziehen werde, sich immer weiter verflüchtigen wird und ich wieder ein neues Ziel haben werde. Ein Ziel, dass wieder Arbeit erfordern wird und dessen Erreichen wieder eine längere Zeit beanspruchen wird. Und es wird immer so weitergehen.

Wenn ich mir dagegen vorstelle, dass es um den Weg geht und das Ziel eher ein Nebenprodukt des Weges ist (vielleicht auch einfach ein Orientierungspunkt), kann ich mich entspannen. Es geht darum, was ich jetzt und heute tun kann. Dabei bin ich nicht unter Druck gesetzt. Ich muss mein Ziel heute nicht erreichen. Stattdessen kann ich meinen heutigen Fortschritt genießen, ganz egal, wie viel noch vor mir liegt. Das was ich in diesem Moment tue, rückt in den Vordergrund. Ich warte nicht darauf, dass es vorbeigeht, ich tue es einfach.
Obwohl ich mich entspanne, ist es plötzlich spannender geworden, aber auf eine positive Weise: Was kann ich heute noch tun? Was noch erleben? Wie kann ich das, was ich tue auf die beste Weise tun?
Ich bin auch vieler näher daran, im Moment zu leben, als vorher. Und plötzlich liegt das Leben, das ich leben möchte genau vor mir.

Natürlich existiert weder ein richtiger Weg ohne Ziel, noch ein Ziel ohne Weg. Entscheidend aber ist, worauf du deinen alltäglichen Fokus legst. Du kannst es selbst ausprobieren, wie du dich fühlst, wenn du dich vor allem auf das Ergebnis deiner Ziele und dann auf den Weg konzentrierst.

Ein gutes Ziel

Entscheidend ist, wie du es schaffst, dich am besten zu fühlen. Wenn der Kick, den dir dein Ziel gibt, nicht ausreicht, um die Langweile, die dir dein Weg bereitet, zu übertreffen, hast du dir wahrscheinlich das falsche Ziel ausgesucht.

Vielleicht hilft dir eine neue Definition von einem guten Ziel: Ein gutes Ziel ist eines, das dich im Moment besser fühlen lässt. Wenn du Marathonsieger werden möchtest, aber nicht gerne läufst, wird dein Ziel dich nur schwer motivieren. Für so ein Ziel zu arbeiten ist eher Qual als Vergnügen, selbst wenn dir das Erreichen deines Zieles sicherlich einen Erfolgsmoment bereiten wird.

Ein gutes Ziel beschert dir also auch einen guten Weg. Einen Weg, den du wirklich gehen willst. Wenn dir der Weg nicht gefällt, ist es nur logisch, dass du beginnst, dich stattdessen auf die Ergebnisse zu konzentrieren, um dich zu motivieren.

Den Großteil deines Lebens wirst du nicht damit verbringen, ganz große Ziele zu erreichen, sondern damit, den Weg dorthin zu beschreiten. Was nützt es dir, wenn dir die Resultate gefallen, aber dich durch den Alltag quälst?

Wenn dein Ziel ist, den Moment zu genießen, bist du nicht mehr auf das Gedankenbild angewiesen, mit dem du dir deine Zukunft darstellst. Du kannst dann das leben, was du möchtest und zwar jeden Moment.

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9 Kommentare »

  1. Hallo Alice,
    spontan fällt mir ein:
    “Der Weg ist das Ziel”.
    Ja, die Wege müssen uns Freude bereiten.
    Klar, wie kann ich einen Marathon laufen, wenn ich das Laufen furchtbar finde. ;-)
    Etappenziele sind auch wichtig, damit ich mal kurz verschnaufen, zurück und vorwärts sehen kann.
    Es ist so spannend, zu verfolgen, was aus den Zielenm werden kann, wie sie sich manchmal verändern.
    Wichtig ist eben der gute Weg.
    Danke für Deinen inspirierendenBeitrag.
    Herzlichen Gruß
    Ika

    Kommentare by Ika (Dornen) — January 27, 2009 @ 11:44 pm

  2. [...] Alice macht sich Gedanken über ihren zukünftigen Lebensweg als Künstlerin. Sie möchte Musik machen. [...]

    Pingback by Sammelmappe » Alice denkt nach — January 29, 2009 @ 12:21 pm

  3. Cooler Artikel! Danke. :-)

    Das erinnert mich an die Zeit, in der ich unbedingt in die Forschung gehen wollte, aber das Studieren so hasste… *grins*

    Ich sollte mich auch mehr auf den Weg konzentrieren. Danke dafür, dass du mich daran erinnerst hast!

    Lieber Gruß,

    Rose.

    Kommentare by Rose — January 30, 2009 @ 12:55 am

  4. @Rose: Lol. :) Das kann ich gut nachvollziehen.

    Kommentare by ALICE — January 30, 2009 @ 12:59 am

  5. Coole Seite, du bist auf dem richtigen Weg!!
    Ich mach übrigens auch Musik, vielleicht kann man sich mal austauschen.

    mfg, Julia

    Kommentare by Julia — January 30, 2009 @ 2:58 am

  6. @Julia: Danke, ich hoff’s mal. :)
    Werde mir deinen Blog noch genauer ansehen. Du scheinst dir über die selben Dinge Gedanken zu machen, wie ich!

    Kommentare by ALICE — January 30, 2009 @ 3:24 am

  7. [...] Alice schön beschreibt, kann man durch solche Ziele sehr leer werden und immer wieder neuen Dingen nachjagen, aber nie [...]

    Pingback by J.A. Blog » Karriere und Pläne — January 31, 2009 @ 3:05 am

  8. [...] Wenn ich mir die Erfahrungen aus den letzten drei Wochen durch den Kopf gehen lasse, bin ich mir sicher, dass mir die Mitgliedschaft in der Gruppe in den nächsten Wochen und Monaten dabei helfen wird, besser voranzukommen und wahrscheinlich auch mehr Spaß am Vorankommen zu haben. Schließlich ist der Weg das Ziel. [...]

    Pingback by » Mastermind — February 25, 2010 @ 6:59 pm

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    Pingback by » Archiv — May 20, 2010 @ 11:20 am

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