Der offensichtlichste Grund, keinen Erfolg zu haben, ist, nicht gut genug zu sein. Um Erfolg zu haben, musst du mindestens so gut sein, wie diejenigen, die Erfolg haben. Eventuell bringst du schon gewisse Fähigkeiten mit in dem Bereich, in dem du erfolgreich sein willst. Andere Fähigkeiten musst du dir erst aneignen.
Welche Fähigkeiten?
Als erstes stellt sich natürlich die Frage, welche Fähigkeiten du lernen musst, um erfolgreich zu sein. Manche sind offensichtlich: Ein Sänger muss singen können. Andere sind dagegen nicht ganz so offensichtlich: So muss ein Sänger, sofern er Teil einer Band ist, die keinen extra Songwriter hat, auch Melodien und Texte schreiben können.
Ein weiteres Beispiel: Ein Blogger muss natürlich gute Artikel schreiben können. Ein Blogger muss sich aber auch mit den technischen Aspekten des Bloggerdaseins auskennen: CMS, SEO, HTML usw.
Während es immer wichtig ist, seine Hauptfähigkeit(en) zu entwickeln, sollte man andere Fähigkeiten nicht vernachlässigen. Sobald deine Hauptfähigkeit also schon etwas fortgeschrittener ist, wäre es gut, wenn du beginnst, den Rest deines Fähigkeitenkatalogs auszubauen. Sonst kann es sein, dass du mit deinem neuen Blog unnötigerweise feststeckst, weil du noch nicht herausgefunden hast, wie man WordPress installiert.
Um Fähigkeiten zu lernen oder zu verbessern, gibt es viele Möglichkeiten:
Autodidaktisch
Sich Fähigkeiten autodidaktisch beizubringen, hat die Vorteile, dass es preiswert ist und man seinen Lernstil und die Lerngeschwindigkeit selbst bestimmen kann.
Mittlerweile gibt es die verschiedensten Ressourcen, die einem dabei helfen, Fähigkeiten autodidaktisch zu lernen und zu verbessern. Hier eine kleine Übersicht:
- Artikel auf Webseiten/Blogs
- Videos in Videoportalen wie Youtube
- Podcasts (von Blogs oder Podcastportalen)
- eBooks
- Bücher
- DVDs
- Hörbücher
- Artikel in Fachzeitschriften
Oft macht es Sinn, mehrere Medien zu kombinieren: Wenn du z.B. eine Sprache lernen möchtest, brauchst du neben dem Textmaterial auch Hörmaterial, um zu wissen, wie die Sprache ausgesprochen wird.
Da viele Ressourcen kostenlos im Internet verfügbar sind, ist es sinnvoll, einfach mehrere Möglichkeiten auszuprobieren. Frag in einem Forum, dass sich mit deinem Fachthema beschäftigt nach Webseiten und Produkten, die die Mitglieder empfehlen können. So erhältst du für den Anfang eine vielfältige Übersicht.
Unterricht nehmen
Eine weitere Möglichkeit ist es, eine Fähigkeit im Unterricht zu lernen. In einigen Bereichen ist das besonders verbreitet: Viele Instrumente lassen sich leichter mit einem Lehrer lernen. Sportler haben einen Trainer, der ihnen hilft, die gewünschten Bewegungen richtig auszuführen
Bei manchen Fähigkeiten hast du die Wahl, Einzel- oder Gruppenunterricht zu nehmen.
Je nachdem ob du Privatunterricht nimmst oder in einer Gruppe lernst, variieren die Vor- und Nachteile des Unterrichts. Bei Privatstunden hast du den Vorteil, dass sich dein Lehrer deinem individuellen Lernfortschritt anpassen kann. Der Nachteil ist, dass Privatunterricht meistens teurer ist, als Gruppenunterricht. Das wird allerdings dadurch ausgeglichen, dass der Lehrer beim Einzelunterricht dir seine ganze Zeit widmet, was dir zu einem größeren Fortschritt verhilft.
Der Vorteil den du hast, wenn du Unterricht nimmst, ist immer, dass du Feedback bekommst. Du weißt also genau, was du verbessern musst und kannst dann gezielt daran arbeiten. Um Feedback zu bekommen, brauchst du aber nicht unbedingt einen Lehrer.
Real-Life-Feedback
Wenn du soweit bist, dass du deine Fähigkeiten ansatzweise anwenden kannst, wird es Zeit für einen Real-Life-Test: Benutze deine Fähigkeit im wirklichen Leben, um herauszufinden, wie gut du wirklich bist.
Bei konkret messbaren Fähigkeiten, wie bei bestimmten sportlichen Leistungen, brauchst du niemanden, der dir sagt, wie gut du bist. Ein Experte kann dir zwar sagen, wie du deine Fähigkeiten verbessern kannst, aber wie gut du bist, weißt du selbst.
Es gibt aber auch andere Fähigkeiten, die nicht in diesem Sinne messbar sind. Z.B. wenn du wissen möchtest, wie gut du singst oder wie gut die Artikel sind, die du schreibst. Dann brauchst du ein Publikum.
Wenn du eine Sprache lernst, such dir einen Muttersprachler, mit dem du reden kannst oder verreise. Wenn du Gitarre spielen lernst, spiele deinen Freunden etwas vor oder such dir einen Platz in der Fußgängerzone, an dem du auftreten kannst. Wenn du schreiben lernst, schreib eine Kurzgeschichte und stell sie auf deine Webseite oder in ein Forum.
Wenn du ein Publikum hast, hast du auch immer die Gelegenheit, Feedback zu bekommen. Entweder indem du direkt danach fragst, oder indem du die Reaktionen der Leute beobachtest. Ist das Publikum mitgerissen oder gelangweilt? Verstehen die Zuhörer die Pointe der Kurzgeschichte, die du vorträgst, oder sehen sie sich gegenseitig verwirrt an?
Das Feedback, dass du bekommst, kannst du nutzen, um weiter an deinen Fähigkeiten zu arbeiten. Die Blogleser verstehen deine Artikel nicht? Dann lerne, einfacher und strukturierter zu schreiben. Alle lieben die Songs, deiner Band, aber wenn du auftrittst, kommt niemand in Stimmung? Dann lerne, wie man sich bewegt und arbeite an deiner Performance.
Manchmal ist es etwas knifflig, rauszubekommen, warum etwas nicht so gut ankommt, wie erwartet. Dann frag dein Publikum direkt nach Feedback. Manchmal liegt sowas an ganz anderen Faktoren oder einer anderen Nebenfähigkeit, die du erst lernen musst.
Vergleiche dich
Wenn du in einer Fähigkeit fortgeschritten bist, macht es Sinn, dich darin mit anderen zu vergleichen: Was machen sie anders? Was machen sie besser? Was unterscheidet euch? Da es meistens eine Menge anderer Leute gibt, die deine gewünschte Fähigkeit beherrschen, kannst du so auch eine Menge lernen.
Kritik
Nicht selten wirst du Kritik erhalten, wenn du eine Fähigkeit lernst, oder du wirst Selbstkritik an dir üben. Lass dich davon nicht entmutigen. Nimm die Kritik ernst, die dir weiterhilft, und ignoriere „Kritik“, die nur dazu da ist, dich schlecht zu machen. Erkenne an, was Kritik ist: Eine Perspektive. Erkenne an, was Kritik nicht ist: Die Wahrheit.
Sieh Lernen nicht als Quälerei an, sondern als Spiel. Schau nicht nur auf das Ziel, sondern denk an den Weg, auf dem du dich jeden Tag befindest.
Wirst du es heute schaffen, besser zu sein, als gestern? Wirst du heute etwas Neues herausfinden, neue Erfahrungen machen? Findest du heute eine Idee, mit der du deine Fähigkeit verbessern kannst?
Vielleicht läufst du heute nur ein kleines Stück, aber selbst das bringt dich an einen anderen Ort. Möchtest du immer bleiben, wo du bist oder suchst du schon nach einem besseren Ort? Oft ist schon die Suche das, was einen Ort besser erscheinen lässt.
Veröffentlicht am 23.März 2009
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“Erkenne an, was Kritik ist: Eine Perspektive. Erkenne an, was Kritik nicht ist: Die Wahrheit.”
ein wunderbares Zitat. kannst du ja als Tweet benutzen und dann den Link dranhängen!
@Michael: Ich frag mich, ob ich mir dann nicht zu selbstverliebt vorkomme. Ach was… Gute Idee!
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