Im Studio – Die erste Woche

Veröffentlicht am 27.Oktober 2008

Am Montag Morgen, den 20.Oktober, begann meine Arbeit im Studio. Das Studio der Schalldruckrecords, ein Projekt von Thorsten Bernhardt und seinem Freund Johannes, liegt in Ebern. Wenn man mit dem Zug fährt, braucht man von Bamberg aus etwa eine halbe Stunde, um dort hinzukommen.

Thorsten hatte mir auf eine Anzeige geantwortet, die ich in einer regionalen Zeitung aufgegeben hatte, und in der ich geschrieben hatte, dass ich die Möglichkeit suche, mein Album kostenlos oder kostengünstig aufzunehmen.

Thorsten ist es auch, der mich seitdem durch den Aufnahme-, Mix- und Masteringprozess begleitet. Kurz nachdem ich mit meinem Notebook, meinen Songs und meinen Ideen angekommen war, begannen wir dann schon mit der Arbeit.

Zuerst musste ich meine Synthesizer-Plugins dazu bringen, Mididateien in Audiodateien zu verwandeln und sie auf den Mac des Studios bringen. Das verlief problemlos und schnell.
Dann begannen wir mein Keyboard aufzunehmen, dass ebenfalls durch Mididateien über meinen Sequencer gesteuert wurde. Als wir beim letzten Lied angelangt waren, bemerkte Thorsten jedoch ein unschönes, hohes und ziehendes Geräusch in der Aufnahme. Kurz darauf hatten wir festgestellt, dass dieses Geräusch auf sämtlichen Keyboardaufnahmen war, die wir gemacht hatten.
Die Arbeit von zweieinhalb Stunden war also schon mal vergeblich gewesen. Als Ursache des Störgeräusches stellte sich das Netzteil meines Notebooks heraus. Wir mussten den ganzen Prozess wiederholen.

Danach kamen die ersten Gesangsaufnahmen. Ehrlich gesagt hab ich am Anfang echt abgelost. Irgendwie dauerts bei mir immer etwas bis ich mich auf ein neues Mikrofon oder einen neuen Song einstellen kann.

Am Tag zwei kam ich etwas später (am Montag hatten wir etwa um 9.45Uhr angefangen) und blieb auch nicht so lange. Wir machten einige Gesangsaufnahmen, mit der Zeit bekam ich es immer mehr raus – hatte ich zumindest das Gefühl.

Um am nächsten Tag weiterzumachen, musste ich allerdings noch ein Problem lösen. Einige meiner Plugin-Sounds waren mit dem Plugin Zebralette realisiert worden. Da Zebralette aber noch nicht auf meinem neuen Notebook installiert worden war (ich hatte die Installations-CD irgendwo in einem alten CD-Stapel bei meinen Eltern vergraben), versuchte ich, den Sound mit der Demoversion der Synthesizer-Plugins Zebra 2 wiederherzustellen, die man sich aus dem Internet herunterladen konnte. Der Sound war tatsächlich der gewünschte. Da ich aber wie gesagt nur die Demoversion hatte, wurde etwa jede Minute ein Rauschen eingeblendet, das den Sound des Synthesizers überdeckte. So konnte ich unmöglich weitermachen.
Ich musste also zuerst zu meinen Eltern fahren und mir die CD mit der Zebralette besorgen. Unglücklicherweise stand auf der CD von „Sound & Recording“ dann nicht mal drauf, was drin war. Aber letztlich hab ich den Synthie doch gefunden.

Am dritten Tag luden wir erst mal, nachdem ich Zebralette installiert und mühselig die einzelnen Zebradateien entfernt hatte, sämtliche neuen Synthie-Files (die von der Zebralette) auf den Mac von Thorsten und er lud sie in die jeweiligen Projektfiles. Danach waren wieder Gesangaufnahmen dran. Außerdem experimentierten wir mit Effekten (bei „Außerhalb“ suche ich nach einem bestimmten Halleffekt für den Refrain). Als wir am späten Nachmittag angelangt waren, merkten wir, dass auf meinen Gesangsaufnahmen seltsame Geräusche mit drauf waren, die sich später als „Mundnebengeräusche“ herausstellten. Das heißt: Noch mehr Schnipsel-Arbeit und eventuell müssen einige Gesangsaufnahmen wiederholt werden.

Ein Tag Pause, danach ging’s wieder ins Studio. Wir begannen mit dem Mixen von einigen Tracks, und dem Herausschneiden von Mundnebengeräuschen. Der Track „Tux Racer“ wurde gemastert.
Gegen Abend kam Philipp Hawlitschek als Gitarrist für mein Album vorbei. Innerhalb von drei Stunden schafften wir alle Gitarrenaufnahmen – ich erfand während des Aufnahmeprozesses sogar ein paar neue Gitarrenmelodien.

Wieder ein Tag frei, weiter ging es dafür gestern. Nachdem wir einige Gitarrenaufnahmen eingepasst hatten, nahmen wir den Gesang für Point Of No Return auf. Da ich allerdings meine Textmapppe vergessen hatte, musste ich auf eine Textzeile verzichten: Sie fiel mir einfach nicht mehr ein.
Danach ging es an die Drumkomposition für Rastlos. Ich muss dazu sagen, dass mir Drums bei ruhigen Tracks um einiges schwerer fallen als bei schnellen oder harten Tracks. Mal sehen, was sich von den Drums noch retten lässt und was davon wieder im Müll landet.
Dafür schnitten wir noch etwas an Unvergeblich herum, und Thorsten stellte ein Mastering-Preset ein.

Diese Woche haben wir im Studio leider nicht so viel freie Zeit zur Verfügung. Thorsten muss wieder arbeiten, auch ich hab ein paar Sachen zu tun. Da aber einige Tracks schon ziemlich weit sind (zwei sind bereits gemastert), bin ich optimistisch, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird. Voraussagen kann ich allerdings noch nichts.
Dafür werde ich diese Woche wieder mehr Zeit fürs Bloggen und andere Dummheiten haben…

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2 Kommentare »

  1. Hmmm, es ist wirklich schwer an Songs oder Fotos dieser mysteriösen Person Namens Alice Hive zu kommen, gibst du mir einen kleinen Tipp? ;) Bin grad auf die Schnelle hier und finde nichts hörbares zu dem was du schreibst…
    Ist deine Band nicht bei MySpace?

    Kommentare by Zeimn — March 27, 2009 @ 9:11 am

  2. @Zeimn: Klar. Fotos gibt’s einfach noch keine. Für Tracks sieh unter Media oder bei last.fm
    Das sind allerdings nicht die besagten Sachen, die ich aufgenommen habe (falls du das suchst), sondern ältere Tracks.
    In diesem Artikel geht es um mein Projekt “Shattentak”, was allerdings kein Bandprojekt, sondern ein Soloprojekt ist (zumindest im Moment noch). Das Album “spurlos” ist noch nicht fertiggestellt.

    Meine Myspace-Page findest du hier: http://www.myspace.com/alicehive

    Kommentare by ALICE — March 27, 2009 @ 10:35 am

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