Jeder Euro ist ein Statement

Veröffentlicht am 21.März 2009

Mit jedem Euro, den du ausgibst, unterstützt du denjenigen, der diesen Euro bekommt. Einen Euro wegzugeben heißt, ihm jemanden zu seinen Zwecken zu überlassen. Indem du jemandem Geld gibst, unterstützt du damit, dass er ihn für seine Zwecke ausgibt.

Jeder Euro ist ein Aufruf an den Empfänger, so weiter zu machen wie bisher. Indem du Geld für ein Produkt ausgibst, sagst du, dass es dir gefällt und du dir mehr davon wünschst. Als Konsument bestimmst du die Nachfrage und hast damit Einfluss auf den Markt und die Wirtschaft.
Du willst mehr Fast Food auf der Welt? Gib dein Geld bei MacDonalds aus. Du willst mehr Mainstream-Nachrichten auf der Welt? Kauf dir eine große Tageszeitung.

Obwohl dieses Prinzip sehr simpel ist, achten nur sehr wenige Menschen darauf, wie sie ihre Euros ausgeben. Sie tun so, als ob ihr Konsumverhalten unabhängig vom Rest der Welt wäre, während sie monatlich mit hunderten von Euros bestimmte Unternehmen unterstützen. Kein Wunder, dass unsere Wirtschaftssituation so fragwürdig ist.

Die Wahrheit ist, dass du dafür verantwortlich bist, was du konsumierst und wen du damit unterstützt. Du hast immer die Wahl. Manchmal mag die Auswahl nicht besonders prickelnd sein, wie in jedem anderen Lebensbereich auch; das befreit dich aber nicht von der Verantwortung.

Du bist unzufrieden mit den meisten Produkten, die auf dem Markt sind? Dann musst du gerade verantwortlich handeln, statt dich damit herauszureden, dass man sowieso nicht „richtig“ einkaufen kann. Richtig einzukaufen, ist, bewusst einzukaufen und das kannst du immer.

Kostenlos

Es gibt heute viele Services, die einem kostenlos zur Verfügung stehen: Freeware, kostenlose Musik, Webseiten (auch dieser Artikel ist kostenlos). Du bekommst einen Wert, ohne einen Gegenwert zu leisten. Viele dieser Services könnten ohne die Unterstützung der Nutzer allerdings nicht angeboten werden. Denk daran, wenn du das nächste Mal einen kostenlosen Service nutzt, dass du die Möglichkeit hast, ihn zu unterstützen.

Nur weil ein Produkt physisch ist und ein anderes virtuell, heißt es nicht, dass das virtuelle Produkt keine Unterstützung benötigt. Ein virtuelles Produkt kostet den Hersteller ebenso Zeit und (oft) Geld, wie ein physisches Produkt. Denk daran, wenn du das neue Album deiner Lieblingsband illegal runterlädst, nachdem du deine letzten 10 Euro bei MacDonalds verprasst hast.
Wenn du deinen Fokus darauf legst, dich virtuell zu bereichern, statt darauf, Verantwortung zu übernehmen, schaffst du eine verantwortungslose Welt.

Das eigene Konsumverhalten zu verändern, kann eine Herausforderung sein. Fang klein an: Gib deinen nächsten Euro als Statement aus. Gib deinen Euro so aus, dass du sagen kannst: „Das möchte ich unterstützen. Davon soll es mehr geben.“
Wenn du das nächste Mal einkaufen gehst, gehe bewusst einkaufen. Sei dir darüber im Klaren was du kaufst, und was du damit unterstützt.

Wir wissen vieles nicht über die Alltagsprodukte, die wir konsumieren. Lass dich davon nicht abschrecken. Informiere dich stattdessen. Lerne, wie Konsum die Welt beeinflusst. Glaube nicht jeder Werbelüge. Lies die Zutatenliste auf Lebensmitteln und finde heraus, was gesund und was ungesund für dich ist. Überlege dir, deinen Konsum zu reduzieren. Handle verantwortlich: Lebe bewusst

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3 Responses to Jeder Euro ist ein Statement

  1. wunderschön gesagt. In letzter Zeit unterstütze ich mehr Firmen die ich eigentlich gar nicht mag als jenige die ich mag. Dann geschieht es, dass wenn mir etwas total wundervolles auffällt, ein neuer Market oder ein neuer Service, ich sofort Verlustängste bekomme, dass diese/r sich nicht selbst erhalten kann. Das ist irgendwie total krank, da ich bereits gewohnt bin, dass gutes vergeht und schlechtes bestehen bleibt ..
    dank dir habe ich jetzt eine Möglichkeit, diese Firmen/Künstler/Services bewusst zu unterstützen. Ich gebe bewusst einen Euro.

    PS: Möchtest du einen Euro von mir? :)

  2. ALICE says:

    @Michael: Leider wird unser Markt seit Jahren von vielen Unternehmen dominiert, die man mit gutem Gewissen nicht unterstützen kann. Daher kommt vielleicht dein Eindruck.

    PS: Ähm… da es unhöflich ist, Geschenke abzulehnen… :)

  3. Pingback: » Archiv

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