NaNoWriMo 09: Der Rest

Zugegeben ist das letzte NaNoWriMo-Update schon etwas her, was dazu führt, dass ihr, wenn ihr den Button in meiner Navigationsleiste nicht beachtet habt, vielleicht noch gar nicht wisst, wie mein NaNoWriMo-Ergebnis aussieht.

Kurzum: Ich hab natürlich gewonnen. :D

Da ich „nur“ bis Tag 12 regelmäßige Updates gebloggt habe, habt ihr vielleicht das Gefühl, den Großteil verpasst zu haben. Dem ist aber nicht so.
Tatsächlich hab ich nach Tag 13 erstmal bis Tag 27 pausiert. Es gab also kein fälliges Update, weil einfach nichts zu berichten war. Tag 27 – Tag 30 hab ich dann den Rest meines Romans geschrieben, was noch ca. 17000 Wörter waren.

Pause

Ich hätte die Pause angekündigt, wenn ich sie eingeplant hätte. Das war sie allerdings nicht. Die Entscheidung, eine Pause einzulegen, entstand eher indirekt: Nämlich dadurch, dass ich mich dazu entschied, mich kurzfristig anderen Medien zu widmen.
Ich hab ja bereits in einem Update erwähnt, dass ich meine anderen Medien bald vermisst habe (Prosa-Schreiben ist eines der Medien, mit denen ich relativ wenig Ausdrucksbedürfnis habe). Ich wollte mal wieder einen Song oder ein Gedicht schreiben. Damit habe ich um Tag 13/14 angefangen und sogar einige interessante Sachen zusammengebracht.

Danach sah ich erst Mal keinen Grund, gleich wieder an meinem Roman weiterzuschreiben. Das lag vor allem daran, dass ich mir hundertprozentig sicher war, dass ich die 50000 Wörter sowieso erreichen würde. Ob ich sie jetzt zu Ende bringen würde oder später war im Grunde egal. Und da mich meine Mindestwortanzahl von 4000 Wörtern pro Tag nicht mehr Recht motivieren konnte, beschloss ich, einfach abzuwarten, was passieren würde.

Final Countdown

Als der Monat dann zu Ende ging, machte ich mich wieder ans Werk. Tag 27-28 schrieb ich dabei insgesamt nur etwa 1500 Wörter. Da ich mir immer noch absolut sicher war, die restlichen 15500 Wörter bis zum 1.Dezemeber zusammenzukratzen, machte mir das keinen Stress.
Am Abend des 29.November begann für mich dann die letzte Etappe des NaNoWriMo. Ich setzte mich hin und schrieb und schrieb und schrieb. Diesmal mit dem Unterschied, dass ich mir weniger Pausen gönnte und das Ende des Schreibens nicht so greifbar war wie sonst.

Innerhalb eines Zeitraumes von etwa 29 Stunden brachte ich dann die fehlenden 15500 Wörter zusammen und beendete den NaNoWriMo 2009 für mich etwa eine Stunde vor Mitternacht.

Erfahrung

Hört sich das nach Stress an? War es nicht wirklich. Ich hetzte mich nicht, da ich dazu keinen Grund sah. Im Gegenteil. Da ich mich mehr aufs Schreiben konzentrierte als auf das Ziel (da das Ziel einfach viel weiter weg war als sonst), wurde ich weniger schnell ungeduldig.

Nebenbei verfolgte ich einen Thread im NaNoWriMo-Forum, in dem sich Schreiber, die im Wordcount sehr weiter hinterherhingen, aber trotzdem fest entschlossen waren, es zu schaffen, sich gegenseitig anfeuerten. Es war schön mitzuerleben, wie einige Leute einfach aufgrund ihres großen Willens ein für sie außergewöhnlich großes Ziel erreichten.

Inhalt

Über den Inhalt des Romans lohnt es sich kaum ein Wort zu verlieren. Gerade was ich in den letzten Stunden zum Roman beigetragen habe, konnte die Qualität nicht mehr erhöhen. Das lag vor allem daran, dass mich die Plotidee, die ich hatte nicht mehr reizte und ich den Plot quasi abbrach, ohne ihn durch einen neuen zu ersetzen.
Ich hab nun also einen Roman mit Anfang und Ende und riesigen Löchern in der Mitte.
Das macht mir allerdings überhaupt nichts aus, da ich sowieso nicht für die Textqualität geschrieben habe (wäre beim NaNoWriMo auch nicht zu empfehlen).

Neues

Ich fand es überraschend, dass ich, obwohl ich bereits letztes Jahr erfolgreich beim NaNoWriMo teilgenommen hatte, viele neue Erfahrungen beim Schreiben machen konnte. Das lag wahrscheinlich vor allem an der anderen Herangehensweise und dem Schreibverlauf.

Während ich letztes Jahr kleinere, regelmäßigere Schritte gegangen bin, hab ich dieses Jahr in größeren Blöcken, dafür aber unregelmäßiger geschrieben. Letztes Jahr hätte ich vermutet, dass mir die Unregelmäßigkeiten das Genick hätten brechen können, dieses Jahr weiß ich, dass es mir nicht nur viel Spaß machen kann, in größeren Blöcken zu schreiben, sondern auch, dass die Unregelmäßigkeit keineswegs ein Hindernis ist, wenn man es wirklich schaffen möchte.

Eine Nebenwirkung hatte der neue Schreibrhythmus allerdings auch noch: Das Communitygefühl kam nicht ganz auf wie beim letzten NaNoWriMo. Wenn man selbst ein oder zwei Wochen nichts schreibt, hat man nicht unbedingt das Bedürfnis die Blogs oder Forenposts anderer Schreiber zu lesen. Das fand ich etwas schade und werde mir für nächstes Jahr etwas ausdenken, das diesen Effekt umgeht.

Schreibgeschwindigkeit

Schon in den ersten Novembertagen konnte ich feststellen, dass sich meine Schreibgeschwindigkeit im Vergleich zum letzten Jahr erhöht hatte (früher: 1000 W/h; dann 1500 W/h). Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass ich ohne größere Probleme auch 2000 Wörter pro Stunde schaffe, wenn ich konzentriert bei der Sache bleibe. Ich hatte zwar nicht immer Lust, so hundertprozentig bei der Sache zu sein und hab gerne etwas getrödelt, es ist aber gut zu wissen, dass es auch anders geht.

Roman

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den Roman nicht veröffentlichen werde. Ich werde vielleicht die ein oder andere Idee daraus aufgreifen und in weiteren Prosawerken oder Kolumnen umsetzen, eine große Überarbeitung mit anschließender Veröffentlichung interessiert mich (momentan) aber nicht.
Wenn ich überhaupt anfange, etwas zu überarbeiten, wird das mein Roman von letztem Jahr sein. Der hat nämlich nicht nur einen Plot und cool Charaktere, sondern auch das Potenzial für eine Fortsetzung.

Nächstes Jahr

Im Gegensatz zu letztem Jahr, wo ich lange nicht sagen konnte, ob ich dieses Jahr wieder mitschreiben würde, bin ich im Moment ziemlich sicher, dass ich nächstes Jahr wieder dabei sein werde. Vermutlich werde ich wieder nach anderen „Regeln“ schreiben als dieses Jahr, einfach, um noch interessantere Erfahrungen zu sammeln.

Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, den Plot für nächstes Jahr bereits im Voraus kopfkinomäßig auszuarbeiten, so dass alles bereits steht und die Worte nur noch heruntergeschrieben werden müssen.
Ich könnte auch Script Frenzy im April dazu nutzen, ein Drehbuch zu schreiben, auf dem der Roman im November dann basiert. Dazu könnte ich dann auch noch einen Score komponieren, was mich sowieso unglaublich reizt.

Aber im Moment sind das alles noch Spekulationen. Wie war das NaNoWriMo-Finale für euch? Seid ihr nächsten November wieder dabei?

Veröffentlicht am 8.Dezember 2009

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4 Responses to NaNoWriMo 09: Der Rest

  1. Tobi says:

    Herzlichen Glückwunsch, von ganzen Herzen, den Sieg hast du dir verdient! :) Ich würde mich sehr über eine neue Kolumne von dir freuen. Liebe Grüße.

  2. ALICE says:

    @Tobi: Die wird’s bald geben. Ich spüre wie mein Schreibbedürfnis wieder erblüht.

  3. Michael says:

    ich freue mich für dich! das ist ein riesiger Erfolg, besonders beeindruckend dein “nicht anstrengender Endspurt” !! (:

    wie du erwähnt hast .. die Zeit verfliegt viel langsamer :)

  4. Pingback: » Archiv

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