Veröffentlicht am 1.November 2008
Endlich hat er begonnen: Der National Novel Wirting Month. In einem Monat soll ein Roman von 50000 Worten geschrieben werden. Das sind 1667 Wörter pro Tag, wenn man jeden Tag schreibt und der Monat (wie dieser Monat) 30 Tage hat.
Symbolisch speicherte ich um 0:00Uhr zum ersten Mal das Worddokument mit dem Titel „mein roman.doc“. In diesem Dokument wird sich innerhalb der nächsten 30 Tage ein Roman ansammeln.
Der erste Tag brachte mir gleich eine Menge positiver Erfahrungen. Eventuell ist das der Übermut, allerdings hoffe ich natürlich, dass dieser Zustand weiter anhält. Dann könnte es allerdings sein, dass ich das ganze nächste Jahr zum National Novel Writing Year erkläre.
Das Worddokument
Ich verwende standardmäßig die Schriftart Verdana bei einer Schriftgröße von 10. Auf eine DIN A4 Seite passen so etwa 500 Worte. Damit kann ich auch so in etwa abschätzen, wie weit ich gekommen bin, ohne mir ständig die Statistik anzusehen (was ich natürlich trotzdem mache).
Für alle Word 2000-Benutzer wie mich hier zwei Tipps:
So stellst du in Word 2000 die Standardschriftart/größe um:
- drücke die Tastenkombination strg + d
- in dem sich öffnenden Dialogfeld kannst die gewünschte Schriftart/größe und andere Formatierungen auswählen
- mit einem Klick auf „Standard…“ in der linken, unteren Ecke stellst du die gewählten Formatierungen als Standard ein
So erfährst du, wie viele Wörter du schon geschrieben hast:
- Klicke in der Leiste oben auf „Datei“, dann auf „Eigenschaften“
- Wenn du auf das Feld Statistik klickst (oben), siehst du eine kurze Auflistung statistischer Daten, etwa wie viele Absätze du verwendest; darunter befindet sich auch die Wortanzahl
Verbesserungen
Eine der ersten Sachen, die ich tat, nachdem ich das Worddokument erstellt und gespeichert hatte, war, den Rechtschreibassistenten auszuschalten. Weder Rechtschreib- noch Grammatikfehler werden jetzt bei meinem Romandokument eingeblendet.
So komme ich nicht in Versuchung, den Text nach dem Schreiben nochmal zu editieren oder umzuschreiben (Beim NaNoWriMo gehts ums Schreiben, nicht ums Korrigieren). Ich besserte also nur Sätze aus, die ich gerade geschrieben hatte oder die ich gerade schrieb. Das ist ein gewöhnungsbedürftiger, als ich gedacht hätte, aber es hilft, voranzukommen. Anstatt hängen zu bleiben und sich über den letzten geschriebenen Satz Gedanken zu machen, schreibt man mit einem „Scheiß-drauf“-Gedanken weiter. Man blickt nicht zurück. Es zählt nicht, was man geschrieben hat, sondern was man schreibt. Wenn ich mir bei einem Satz allerdings richtig unsicher war, nachdem ich ihn geschrieben hatte, er aber schon komplett war, markierte ich ihn kursiv, wie Chris Baty es empfiehlt.
Tatsächlich las ich mir den Text auch nicht durch, nachdem ich ihn geschrieben hatte, wie ich es sonst vom Blogging gewöhnt bin. Nicht mal einen Teil davon. Ich ließ ihn einfach so stehen, scrollte ein paar mal hoch und runter und freute mich, dass es schon so viel war.
Inspiration
So, ich saß also da. Öhm, wie schreibt man einen ersten Satz? Und dann einen zweiten und dann einen dritten? Ehrlich gesagt, brauchte es für meine ersten Sätze keine Inspiration, nur Mut. Und als ich entschloss, mutig zu sein und ein paar Sätze hinlegte, die sicherlich keiner mehr brauchen wird, passierte der Rest ganz von allein. Der kreative Stein war ins Rollen gekommen.
Ich dachte wirklich nicht viel nach. Da ich schon wusste, worüber die Szenen gehen würden, musste ich mich jeweils nur fragen, worüber ich noch schreiben wollte, um die Szene auch so lang zu kriegen, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Die Ich-Perspektive, aus der ich schreibe, eignet sich dazu hervorragend: Innere Monologe und Gedankenströme wirken in der Ich-Perspektive gerade zu natürlich und lassen sich jeder Zeit einbauen.
Wortanzahl
Ich hatte mir 2000 Worte als Minimum vorgenommen, da ich aber unerwarteterweise noch etwas mehr Zeit hatte, als ich dachte, sammelten sich noch etwa 400 weitere Worte an. Damit bin ich äußerst zufrieden für den ersten Tag.
Tatsächlich schaute ich ziemlich oft in die Wordstatistik, um zu sehen, wie sich mein Fortschritt so machte. Denn momentan kann ich noch kaum abschätzen, wie viel Zeit ich für eine bestimmte Anzahl von Worten brauche.
In den ersten 25 Minuten schrieb ich etwas weniger als 500 Wörter. Damit könnte ich mein 2000er Ziel täglich innerhalb von 2 Stunden erledigen.
Schreibgefühle
Nicht nur meine Wortanzahl stimmte mich optimistisch. Als ich merkte, dass es einfach floss und ohne Mühen voranging, erinnerte ich mich an meine Kindheit und frühe Jugend, in der ich noch öfter Prosa geschrieben hatte und Schreiben zu einer meiner Lieblingsaktivitäten gezählt hatte. „Vielleicht bin ich ja im Herzen ein Schriftsteller“, schoss es mir durch den Kopf. Da sieht man mal, was ein zweieinhalbstündiges Starren auf einen Laptop bewirken können. Ich hatte eine richtiggehende kleine Schreibeuphorie, in der ich bemerkte, wie viel Spaß es mir machte, die Worte aufs virtuelle Papier zu tippen. Und dabei hätte ich noch vor einem Monat geschworen, dass ich nicht der Typ für Prosa sei.
Statistik
Wortanzahl: 2392
Worte, die bis zum Ziel fehlen: 47608
Verteilt auf die restlichen 29 Tage: 1642 Worte/Tag
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