Veröffentlicht am 5.November 2008
Ich kann nicht glauben, dass dies erst der vierte Tag ist. Es kommt mir so vor, als wären wir schon in der Mitte des Monats. Gut, dass wir es noch nicht sind, da weiß ich nämlich noch nicht, wie die Story weitergehen soll. ![]()
Heute hab ich genau 2000 Worte verschrieben. 2000 Worte sind ja meine Mindestgrenze. Eigentlich hatte ich sogar geplant, noch etwas mehr zu schreiben, aber ich hab mich dann mit meinem bisherigen Ergebnis zufriedengegeben.
Heute hatte ich das Problem, dass es mir endlos lang vorkam, bis ich eine gewisse Anzahl an Worten zusammen hatte. Ich schien zu schreiben und zu schreiben (und das fast ununterbrochen) und meinem Ziel doch kein Stück näher zu kommen.
Ich weiß nicht, woher dieses Gefühl kam, kann mir allerdings vorstellen, dass es daher kommt, dass in meiner Story die letzten zweitausend Worte lang nicht viel passiert ist.
Morgen muss ich mit einem relativ schwierigen Dialog anfangen (ich schreibe chronologisch, ist das eigentlich üblich oder eher unüblich beim NaNoWriMo?). Schwierig, weil ich dazu erstmal noch einen Charakter erfinden muss, den ich noch nicht genau definiert hab und von dem ich aber weiß, dass er ziemlich clever sein muss.
Es ist interessant, wie sich mein Buch während des Schreibens in meinem Kopf abspielt. Ich sehe alle Geschehnisse aus der Perspektive der Ich-Erzählerin (da diese in meinem Roman noch keine Gelegenheit hatte in den Spiegel zu sehen, weiß ich noch nicht einmal wie sie aussieht…).
Wenn ich eine greifbare Vorstellung von einer Person in meinem Kopf habe, kann ich direkt wie in einem Film die Person vor mir sehen. Ich sehe, wie sie reagiert, ich sehe ihre Mimik und Gestik und es fällt mir leicht zu glauben, dass sie real ist.
Mit „greifbare Vorstellung“ meine ich, dass ich eine Vorstellung von ihren Charakterzügen habe. Ich habe keine Personendatenbank in meinem Kopf oder ähnliches. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, wie alt meine Protagonistin ist.
Teilweise sind daher bereits ungeplante oder verlängerte Dialoge aus dem Moment heraus entstanden. Die Personen hatten was zu sagen, also haben sie es gesagt.
Anscheinend hatte Chris Baty recht, als er schrieb, dass man sich um die Story keine Gedanken machen bräuchte, nur um die Charaktere.
Die letzten Tage saß ich fast ununterbrochen am Bildschirm. Noch mehr als früher, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass sich das steigern lässt.
Im Moment habe ich zum Beispiel überhaupt keine Lust auf so einen Bildschirm zu starren. Ich bin weitsichtig und meine Augen lieben den NaNoWriMo nicht besonders.
Dafür hat meine Schreiblust nach mehr als 8000 Worten an vier Tagen noch nicht aufgehört. Ich muss mich zwar jedes Mal ein bisschen überwinden, wenn ich weiterschreibe, weil ich ja im Grunde immer ins blaute hineinschreibe, aber bisher hatte ich noch keine ratlosen Momente, keine Blockaden und keine Schwierigkeiten, emin festgesetztes Ziel von 2000 Wörtern pro Tag zu erreichen.
Mein Blog freut sich ebenfalls über meine Teilnahme am NaNoWriMo. In den letzten Tagen hatte ich täglich durchschnittlich mehr Besucher als ich im Oktober hatte. Das kann natürlich auch mit anderen Faktoren zusammenhängen, wie der steigenden Artikelanzahl und dem steigenden Alter meines Blogs.
An dieser Stelle möchte ich den vielen, tollen Bloggern danken, die ihre Kommentare zu meinen Posts abgegeben haben und uns darüber informieren, wie sie so vorankommen. Es freut mich zu sehen, wie alle vorankommen. Meine Theorie: Je mehr Mitteilnehmer durchhalten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst weiterschreibt.
Wortanzahl: 8718
Worte, die bis zum Ziel fehlen: 41282
Verteilt auf die restlichen 26 Tage: 1588 Worte/Tag
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Hi Alice,
Ich schreibe ziemlich chronologisch. Aber ich schreibe alles auf, was mir fuer spaetere Szenen einfaellt und kopiere das dann in den Text, wenn es dran ist. CopyWrite, das Programm in dem ich arbeite, hat eine sidebar fuer Notizen, da ist alles drin, was ich an kuenftigem Material so ansammele.
Ich behalte so am besten den Ueberblick ueber meine Story, aber es gibt auch Leute, die koennen kreuz und quer schreiben. Keine Ahnung allerdings, wie da die Verteilung ist.
LG
S
Das ist eine gute Idee! Ich hab mir über andere Szenen noch gar keine konkreten Gedanken gemacht, deswegen gibt’s da bei mir auch nicht viel zu notieren.
Hej,
wie ich sehe bist du viiiel disziplinierter als ich! Von 2.000 Wörtern Output träume ich derzeit nur – aber vielleicht schaff ich heute abend noch etwas.
Viel Erfolg dir noch!
Lex
Hallo Alice,
ich habe mir ein Handlungsexposé geschrieben, also ein grober Fahrplan. Habe ich davon einen Punkt abgearbeitet, ähm – geschrieben, mache ich ein Häckchen dran. Alles hübsch der Reihe nach. Die Figuren machen in ihrem Rahmen dennoch, was sie wollen. Glaubst du das, ich wollte Liebe völlig außen vor lassen und jetzt ist mein Heldin bis über beide Ohren verknallt. Tstststs.
Mein Projekt besteht aus drei Teilen (nach Handlungsorten sortiert) Teil I ist fertig. Ich bin so stolz auf mich.
Viel Freude beim Weiterschreiben
Clara
Hi Lex! Vielleicht hab ich auch nur mehr Zeit als du oder so. Heute bin ich gar nicht vorangekommen, ich muss mich also nochmal hinsetzen… Ich drück dir die Daumen!
@Clara: Sowas hab ich auch entworfen, hab allerdings erst die erste Hälfte fertig. Gratulation zur Komplettierung des ersten Teils! Nicht schlecht für Tag 5!
Ich hab in meiner Magna Charta II aufgelistet (siehe http://alicehive.de/nanowrimo-tag-1/), was ich nicht in meinem Roman haben will. Mal sehen, ob ich es schaffe, mich daran zu halten.
Tja, Liebe lässt sich eben nicht berechnen.
I write chronologically as well, and I have problems remembering to leave out details that the reader really does not need to know.
I write on a Mac and use software called Scrivener, which allows me to play with structure later. That’s helpful, because my final version will probably not be chronological, but a frame story with flashbacks.
My disaster story? I live in the Seattle area, in the Northwest part of America. We are at the foot of a dormant volcano called Mt. Rainier. If it were to have a major eruption, it would wipe out three large cities and many huge companies that are now international (Microsoft, Starbucks, Boeing, to begin with…) I’m setting the story in 1980, when a different, more minor volcanic eruption a couple hundred miles south actually occurred.
Thank you for your patience with my English comments – it’s embarrassing how poor we Americans are with languages.
Keep writing!
Hi Alice.
Traue keiner statistik, die Du nisch selber gefällscht hast. Das nur in Bezug auf die andere Seite des Berges, welche Du ja noch erreichen möchtest.
Viel Spass noch beim Lesen und Erreichen “Deines” Zieles.
LG Rolf
PS: Übrigens recht “nette” und “interessante” Seite hier.
Hallo Alice,


nun musste ich heute doch endlich wieder schauen, wie weit Du gekommen bist!
Super, weiter so!
Mir macht es auch weiterhin viel Freude.
Mehr, als die Jahre davor.
Und… ich schreibe Dinge, die ich nie schreiben wollte.
Krimi, Serienmörder, Liebesgeschichte, alles drin.
Aber ich finde es spannend, wie sich das ganze dieses jahr aufbaut.
Hau in die Tasten.
Weiter viel Erfolg und viel Kreativität
Ika
Hallo Alice,
ich schreibe ebenfalls chronologisch – und habe mir auch eine Art Fahrplan erstellt, was in welcher Reihenfolge dran kommt. Ist bei einem Krimi aber eigentlich logisch. Ein anderes Projekt hatte ich zwar chronologisch aufgebaut, bin aber in den verschiedenen Phasen hin- und hergesprungen. Und was soll ich sagen: Das Projekt liegt seit zwei Jahren in der Schublade, weil ich in dem Chaos nicht mehr weiterkomme…
Im Übrigen gefällt mir deine Statistik, vielleicht entleihe ich mir die Idee…
Weiterhin viel Erfolg wünscht
Frau Melle
@Jeri: That sounds very interesting. So you have to set up a very realistic scenario – I think I couldn’t do that. I’m not a very realistic person.
Don’t be embarrassed! I enjoy reading your comments and I appreciate your efforts to read my blog!
Wow, you already have a lot of words! Seems like the one-month-deadline isn’t really a challenge for you…
@Rolf: Hallo, erst mal vielen Dank für das Lob.
Und natürlich habe ich meine Statistik selbst gefälscht.
@Ika: Hehe, jetzt wo alle ihre Liebesgeschichten einbauen, beginne ich mich zu fragen, ob ich meine noch etwas weiter ausbauen sollte.
Die Tabelle auf deinem Blog sieht übrigens sehr motivierend aus!
Unterscheidet sich dein NaNoWriMo-Schreiben dieses Jahres eigentlich von den Jahren zuvor?
@Frau Melle: Du darfst dir meine Statistik gerne entleihen.
Stimmt, bei einem Krimi ist es wahrscheinlich einfacher, wenn man es chronologisch schreibt. Bin mal gespannt, wie du die Fränkische Schweiz mit einem Mord verbindest…