Was ist, wenn du nicht jeden mit deinem Werk vom Hocker hauen kannst? Was ist, wenn von 1000 Leuten, 999 Leute nichts mit deinen Erzeugnissen anfangen können? Hast du dann überhaupt Chancen auf dem Markt?
Denk es dir mal so: Wenn nur 0,1% der Weltbevölkerung mit deinem Beitrag etwas anfangen können, dann sind das immer noch über sechs Millionen Menschen.
Selbst wenn nur jeder Millionste Mensch deinen Beitrag zu schätzen wüsste, wären das immernoch 6000 Menschen.
Wenn man rechnet wie Kevin Kelly braucht man (als Künstler) gerade mal 1000 richtige Fans, um von seiner Kunst leben zu können. Wie ich mit meinen obigen Rechnereien zeigen wollte, ist das keine besonders hohe Zahl. Jeder hat potenzielle tausend Fans da draußen.
Darauf zu warten, dass diese Fans von alleine zufällig vorbeispazieren und auf dein Werk stoßen, ist allerdings in sicherer Weg zum Misserfolg. Ich bin erstaunt, wie viele ambitionierte Bands noch nicht einmal eine Webseite haben, geschweige denn Möglichkeiten anbieten, in ihr letztes Album reinzuhören. Wenn du deine potenziellen Fans so aussperrst, ist es klar, dass sie nie wahre Fans werden können.
Gerade durch das Internet wird es immer leichter, mit deiner genauen Zielgruppe in Kontakt zu kommen. Auch wenn es einige Zeit dauern kann, bis du eine gewisse Masse erreicht hast, ist das Ganze ein Prozess, der für jeden möglich ist.
Um deine potenziellen Fans, die es sicherlich gibt, zu wahren Fans zu machen, musst du allerdings eine Menge Arbeit investieren. Es ist immer eine Sache, einen Wert wie etwa einen Song oder ein Gedicht zu kreieren, die andere Sache ist es aber, diesen Wert auch zu liefern. Wenn du einen Wert geliefert hast, ist die Sache aber noch nicht beendet. Nur indem du eine langfristige und enge Beziehung zwischen dir und deiner Zielgruppe herstellst, können aus Konsumenten wahre Fans werden.
Wie findet man nun seine potenziellen Fans und macht sie zu wahren Fans?
1.Sei präsent
Um einen Wert liefern zu können, ist es notwendig Kontakt zwischen dir und deinen potenziellen Fans herzustellen. Das geht im Internet auf zwei Arten: Aktiv oder passiv.
Aktiver Kontakt ist es, wenn du jemanden potenziellen direkt ansprichst, z.B. weil du ihm in einem Social Network begegnet bist.
Passiver Kontakt ist es, wenn jemand z.B. über eine Suchmaschine oder einen Link auf deine Homepage stößt.
Wenn du deine tausend wahren Fans finden möchtest, solltest du auf beides setzen. Lass dir nicht die Gelegenheit entgehen, einen potenziellen Fan in einen wahren Fan umzuwandeln.
Oft musst du eine Menge aktive Kontakte herstellen, bevor du passiv gefunden wirst. Wenn du z.B. vielen Leuten von deiner Homepage erzählst (aktiv), können diese Leute auch anderen Leuten davon erzählen (passiv).
2.Sei spezifisch
Wahrscheinlich bietest du kein Produkt an, dass jedem Menschen auf der Welt gefallen wird, sondern nur einer bestimmten Zielgruppe. Damit genau diese Zielgruppe auf dich aufmerksam wird, sprich sie mit deinem Image, deinem Produkt und deinen Worten direkt an. Lass sie wissen, dass sie gemeint sind.
Beschreibe dich oder was du machst niemals mit allgemeinen, austauschbaren Begriffen und Phrasen. Wie soll deine Zielgruppe sonst wissen, dass es hier etwas für sie gibt?
Bei Myspace sehe ich sehr oft Musiker, die in ihrem Profil bei „Klingt wie:“ solche Sachen stehen haben wie:
„Wir selbst“
„Unbeschreiblich“
„Muss man gehört haben“
„Was ganz eigenes“
„Dafür gibt’s keine Stilrichtung“
Hm.
Ungeachtet der Tatsachen, dass keine der Bands, die so etwas in ihrem Profil stehen hat, die Musik neu erfunden hat, vertun hier alle ihre Chancen, ihre Zielgruppe anzusprechen.
Auch wenn es oft schwierig ist, den eigenen Stil zu beschreiben, kannst du immer ein paar Anhaltspunkte finden, mit denen du dein Werk einordnen und vergleichen kannst. Deine Zielgruppe wird es dir danken.
3.Sei wertvoll
All das nützt dir natürlich nichts, wenn du deinen Fans nicht regelmäßig neuen Wert lieferst. Die Aufmerksamkeitsspanne in Zeiten des Internets ist sehr gering geworden. Wenn du nicht regelmäßig die Aufmerksamkeit deiner Fans für dich beanspruchst, bist du so schnell vergessen wie die Sieben-Uhr-Nachrichten von gestern.
Allerdings bringt es nichts, deine Fans mit Sinnlosigkeiten zuzuspammen. Du musst auch einen Mehrwert liefern können für die Aufmerksamkeit, die dir deine Fans schenken. Ansonsten bleibst du, wenn überhaupt, nur in schlechter Erinnerung.
4.Sei kontaktfreudig
Es wird immer wieder vorkommen, dass Leute den direkten Kontakt aufgrund deiner künstlerischen Arbeit mit dir suchen. Nutze diese Chance.
Überleg mal selbst: Würdest du eher zu einem Konzert von jemandem gehen, mit dem du dich schon unterhalten hast, oder zum Konzert eines Musikers, den du nur vom Namen her kennst?
Indem du anderen Leuten Kontakt mit dir gewährst, machst du deine Kunst für den einzelnen zu einem persönlichen Erlebnisse und erhöhst damit ihren Wert.
Außerdem ist es natürlich ein schönes Gefühl, von Fans umgeben zu sein.
Lass dir die Laune nicht von Kritikern verderben. Es wird immer Leute geben, die das ablehnen werden, was du wie machst, selbst wenn es tausend andere Leute gibt, die es aus den gleichen Gründen toll finden. Nicht nur, dass du es nicht jedem recht machen kannst, du brauchst es auch gar nicht. Wenn du 5 Leute findest, die an deinem Werk gefallen finden, findest du auch bald 10 oder 100. Oder 1000.
Veröffentlicht am 23.Juli 2009
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Hi Anna!
Mal wieder ein super Artikel, ich fand besonders die Rechnung ganz am Anfang erstaunlich.
Da hast du dich mal wieder von deiner hochmotivierenden Seite gezeigt!
Deine vier Tipps zum Gewinnen echter Fans fand ich auch sehr informativ, auch wenn du mir alles bis auf Punkt 2 ja schon in unseren Privatgesprächen erzählt hast ; )
Seinen eigenen Stil zu beschreiben kann sich wirklich schwierig gestalten, andere Leute haben ja immer ein anderes Bild von einem als man selbst von sich selbst. Nun, dann werd ich mir da mal Gedanken drüber machen…
Lg, Gaby
Guter Artikel zum Thema Selbstvermarktung. Hat eigentlich Allgemeingültigkeit.
Der Artikel ist einfach nur super. Ist mein erste Besuch bei dir! Klasse ich komm wieder
@Gaby: Die Rechnung finde ich selbst motivierend.
In Stilfragen, was Literatur angeht, bin ich völlig ratlos. Aber du findest sicherlich ein paar Testleser, die etwas Ahnung davon haben und dir helfen können, ein paar treffende Begriffe und Vergleiche für dich zu finden.
@Tom: Danke! Genau, das mit den Musikern kann man auch einfach als Beispiele sehen. Die Prinzipien dahinter sind allgemeingültiger.
@Clatsch: Juhuu, ich freu mich drauf!
Das alles finde ich auch sehr schön.Sehr motivierend.Danke für diesen Bericht.Netter Blog, weiter so!
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