No Plot? No Problem! – Review
Veröffentlicht am 28.Oktober 2008
“A low-stress, high-velocity guide to writing a novel in 30 days” verspricht Chris Baty mit seinem Buch “No Plot? No Problem”. Es ist nicht eine dieser leeren “blablabla in 30 Tagen” Versprechungen, bei der lediglich ein Thema in 30 Kapitel aufgeteilt wird. Chris Baty meint es ernst. Er ist der Gründer des „National Novel Writing Month“, auch bekannt unter der Abkürzung NaNoWriMo, einer Aktion, bei der es darum geht, einen Roman in nur 30 Tagen zu verfassen.
Wer jetzt sagt, dass das unmöglich ist, kann sich mal die Zahlen der erfolgreichen NaNoWriMo-Teilnehmer zu Gemüte führen: 2006 haben es 13000 Teilnehmer geschafft, innerhalb von 30 Tagen einen Roman zu schreiben. Angemeldet haben sich 79000. Es ist machbar, aber nicht leicht – wie die meisten Sachen, die man sich vornimmt.
Wer jetzt sagt, dass dabei unmöglich ein guter Roman dabei rauskommen kann, hat wahrscheinlich recht. Dabei geht es aber beim National Novel Writing Month überhaupt nicht. Es geht lediglich um das Schreiben. Es geht diesmal um Quantität, nicht um Qualität. Und damit angehende NoWris auch die geforderte Quantität erreichen, gibt es von Chris Baty dafür ein Buch mit dem Titel „No Plot? No Problem!“
Tatsächlich ist dieses Buch keine Schreibanleitung. Man findet hier keinen Hinweis darauf wie man eine gute Story schreibt oder wie man einen Plot perfektioniert. Es gibt in diesem Buch keine Sprachtipps oder Anleitungen dazu, wie man Spannung aufbaut. Dieses Buch ist dafür geschrieben Teilnehmer des NaNoWriMos zu begleiten und zu unterstützen, damit sie die 50000 Wort Markierung erreichen, die bis zum Ende des Monats vorgelegt werden müssen, um mit dem Titel „NaNoWriMo Gewinner“ hervorgehen zu dürfen.
Dabei wird sowohl auf die Vorbereitungsphase der Aktion eingegangen, wie auch zur Aktion selbst Tipps gegeben und Erfahrungen geschildert werden. Zum Beispiel hat Chris Baty Vorschläge dafür, wie man seine Schreibstunden einplanen sollte, oder was man im Vorfeld tun kann, um sich selbst dazu zu zwingen, weiterzuschreiben, auch wenn man irgendwann keine Lust mehr hat.
Ebenfalls gibt Chris Baty wichtige Tipps, die den Novell Writer davor bewahren sollen, Anfängerfehler zu machen (etwa übermäßig zeitaufwändige Recherchen oder Editierungen während des Schreibmonats).
Um die Handlung, so seine Theorie, muss man sich als Romanautor nicht kümmern. Da die Handlung lediglich die Veränderung der Personen in der Zeit darstellt, brauche man sich nur darum zu kümmern, dass man interessante Charaktere habe. Lebhafte Charaktere erschaffen ihre Handlung sozusagen von selbst.
Chris Baty gibt ebenfalls dazu Tipps, wo man als Romanautor am besten schreiben kann. Gerade wenn man daheim nie Ruhe hat, sind seine Ideen eine Überlegung wert. Etwa wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, die Bibliothek als Schreibort zu nutzen. Das tolle an einer Bibliothek: Es ist ruhig, man kann recherchieren oder sich von Buchumschlägen und Klappentexten inspirieren lassen und fürs bloße rumsitzen muss man nichts bezahlen.
„No Plot? No Problem“ ließt sich leicht und schnell und bereitet den Leser psychologisch auf die Herausforderung vor. Viele erfolgreiche NoWris kommen zu Wort und geben persönliche Tipps. Auch wenn manche Tipps nicht gerade differenziert überlegt sind (Koffein ist zwar gut um wach zu bleiben – allerdings nicht so gut, um erholsam zu schlafen), hat man zumindest das Gefühl, ein verlässliches Nachschlagewerk gefunden zu haben, wenn man sich auf den NaNoWriMo-Weg begibt. Sicherlich ist das Buch nicht notwendig, um die 50000 Worte zu schaffen, aber es hat das Potenzial zu helfen. Um zu wissen, wie viel Nutzen das Buch wirklich bringt, muss man allerdings wohl einmal an einem NaNoWriMo teilnehmen.
Ich habe mir das Buch natürlich nicht aus dem Blauen heraus angeschafft, vielmehr ziehe ich selbst gerade in Erwägung nächsten Monat beim NaNoWriMo mitzumachen, der inzwischen als Massenevent jeden November stattfindet.
Ich werde dazu aber im Fall meines Antritts noch genaueres schreiben.
Neben dem Buch gibt es von Chris Baty auch noch ein extra „Novel Writing Kit“, der Inhalt wird auf der Seite des Chronicle Books Verlags.
Diese Posts könnten dich interessieren:
- NaNoWriMo 2009 Am 1. November geht es wieder los: Während des National...













[...] gar nicht erst anzufangen), empfiehlt Chris Baty, der Gründer des NaNoWriMo in seinem Buch No Plot? No Problem u.a. keine Ausbesserungen während des gesamten Monats vorzunehmen. Wer nämlich noch [...]
Pingback by » NaNoWriMo — October 31, 2008 @ 10:28 pm
[...] auf seine besondere Art und Weise ausleben kann. Hier habe ich gemerkt, wie sehr der Rat von Chris Baty zutrifft: Man braucht keinen starken Plot, sondern nur starke Charaktere. Denn die Charaktere sind [...]
Pingback by » Nach dem Lesen meines NaNoWriMo-Romans — August 24, 2009 @ 10:17 pm