Performance-Idee #1 : Das Video-Spiel-Quintett

Wann bist du das letzte Mal als Zuhörer aus einem Schulkonzert gekommen und hast dir gedacht: „Geil! Diesen Abend werde ich niemals vergessen!“ Seien wir realistisch: Wahrscheinlich noch nie.

Deswegen, wenn ich dir heute ein Video von einem Schulkonzert empfehlen möchte, möchte ich im Voraus versprechen: Es ist nicht, wie andere Schulkonzerte!
Nicht nur die knapp 200000 Views seit August, sondern auch die Reaktionen des Publikums sprechen bei dieser Show für sich.

Es ist schon eine Besonderheit, wenn Videospielmusik live auf klassischen Instrumenten vorgetragen wird. Aber damit begnügen sich die fünf Musiker nicht. Stattdessen haben sie beschlossen, mehr aus ihrer Show zu machen.

Kostüme

Es fängt mit etwas ganz banalem an: Kleidung. Natürlich hätten sich die Fünf so anziehen können, wie man es traditionellerweise auf einem Konzert als Künstler der klassischen Musik nun mal tut. Aber schon hier fangen sie sich an von anderen zu unterscheiden: Die Musiker haben sich Kostüme von bekannten Videospielhelden angezogen. Ash Ketchum, Mario, Prinzessin Peach, Luigi und Link. Schon dadurch heben sie sich von anderen Klassik-Darbietungen ab.

Action

Viele Musiker der Klassik sind naturgemäß in ihrer Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt. Das hindert die fünf Video-Spiel-Musiker aber nicht, trotzdem eine Show zu inszenieren. Statt ihnen selbst übernehmen eben ein paar andere Schüler den actionhaltigen Teil der Show. Obwohl die Show sehr einfach und ohne viele Hilfsmittel inszeniert ist, kommt sie beim Publikum äußerst gut an. Hier ist Humor ein wichtiger Stichpunkt (Zelda-Parodie, Pong).

Thema

Die Show hat von Anfang bis Ende ein durchgehendes Thema, an dem sich alles orientiert (Musik, Kostüme, Performance, Dekoration). Es wäre sicherlich auch leicht für die Musiker gewesen, einfach ein paar Lieder zu spielen, die ihnen gefallen. Durch ihre gezielte Themenwahl können sie aber ihren Wiedererkennungswert besonders steigern.

Zugänglichkeit

Es ist selbstverständlich, dass nicht jeder Zuhörer im Publikum jeden der gespielten Songs kennt. Damit sich nicht nur Insider beim zuhören zurecht finden können, zeigt eine Schülerin auf einer Tafel an, aus welchem Spiel das aktuell gespielte Lied stammt.

Details

Dass man das Konzert nach dem zwanzigsten Mal Anschauen noch nicht langweilig findet, liegt unter anderem daran, dass man sich viel um Details gekümmert hat. Zu den Details gehören u.a.: einheitliche T-Shirt-Farbe bei den nicht-musizierenden Schülern, unterschiedlich, liebevoll gestaltete Schilder, thematisch passende Dekoration am Bühnenrand (Pokémon-Plüschfiguren). Dass solche Details nochmal besondere Zeit und Arbeit beanspruchen ist klar. Dafür können gerade Details eine Show nochmal in der Qualität steigern.

Übrigens wurde die Musik von den Schülern selbst arrangiert. Hier twittert einer von ihnen: Gen Kim

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Veröffentlicht am 15.April 2010

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