Anfang April hatte ich angekündigt, dieses Jahr beim Script Frenzy dabei zu sein, also an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei dem es darum geht, 100 Script-Seiten (Drehbuch, Hörspiel, Comic, Theaterstück…) innerhalb eines Monats zu schreiben. Da der Wettbewerbsmonat April nun abgeschlossen ist, hier ein kleiner Bericht.
Zu erst einmal an alle Menschen, die nicht meine Tweets lesen: Ich habe gewonnen. Ich habe es also geschafft, 100 Seiten innerhalb eines Monats zu schreiben. Juhuu!
Als Beweis hier mein super cooler, schicker Gewinner-Button:

Script Frenzy 2010
Zunächst einmal möchte ich die Frage beantworten, was ich überhaupt geschrieben habe. Anfang April habe ich angekündigt, ein Theaterstück zu schreiben. Das habe ich auch gemacht – allerdings nicht ganz, wie ich mir das ausgedacht hatte. Da ich nach etwa 25 Seiten und etwa genauso vielen Tagen merkte, dass mein Theaterstück bereits bei der Hälfte des Inhalts angekommen war, dachte ich darüber nach, was ich neben meinem Theaterstück sonst noch schreiben konnte, um die 100 Seiten zu füllen.
Ich wollte mir nicht komplett neue Figuren und ein komplett neues Konzept ausdenken müssen – nicht nur hätte das nochmal extra viel Zeit gekostet, ich wollte eigentlich nur losschreiben.
Sehr schnell war mir klar, dass ich wohl eine Folge für eine bereits existierende Serie schreiben würde. Nachdem ich einige meiner Lieblingsserien durchgegangen war, blieb ich schließlich bei den Gilmore Girls hängen. Warum? Weil Gilmore Girls Folgen geradezu explodieren vor Dialog, weil ich die Charaktere nach sieben Staffeln bereits innig kenne und so das Schreiben eigentlich fast von alleine laufen müsste.
Und, hatte ich mit dieser Prognose recht? Oh ja. Die Figuren (vor allem Lorelai und Emily) begannen das Geschehen sofort an sich zu reißen. Die Dialoge schrieben sich spätestens ab diesem Punkt von selbst. So war es kein Problem, pro Stunde ca. 6-7 Seiten zu verfassen. Nachdem ich mich einige Stunden und Seiten lang nur um das Gilmore Script kümmerte, begann ich, nachdem ich bei ca. 50 Seiten insgesamt angelangt war, in beiden Scripten gleichzeitig zu schreiben. Wenn ich kurze Bedenkzeit für das eine Script brauchte, wechselte ich zum anderen. Auch meine Schreibgeschwindigkeit an meinem Theaterstück hob sich dadurch an.
An sich gefiel mir diese Art, zwischen den Stücken hin und herzuwechseln sehr gut. Ich kann mir diese Arbeitsweise auch beim nächsten NaNoWriMo vorstellen.
Durch die Aufteilung auf die beiden Scripte, hab ich allerdings kein komplettes Script geschafft, sondern etwa 55%-65% vom Theaterstück und vielleicht 80% der Gilmore Girls Folge. Da es beim Script Frenzy aber nicht darum, geht ein Script zu komplettieren, ist das völlig irrelevant fürs Gewinnen.
Beim Schreiben ging ich wie schon beim NaNoWriMo so vor, dass ich zwar schrieb, aber das bereits geschriebene nicht mehr editierte, sondern einfach stehen ließ. Dadurch kam ich nicht nur schnell voran, sondern konnte auch sicherstellen, dass ich den Schreibflow nicht verliere.
Zum Schreiben habe ich das Freewareprogramm Celtx benutzt. Beide Daumen hoch dafür! Die Bedienung ist intuitiv und komfortabel. Die Funktionen sind praktisch, die Dateien bleiben klein und die Performance lief immer stabil. Angenehmer kann das Schreiben kaum sein.
Ich hab mir zwar die Forenbeiträge per Mail zuschicken lassen, ansonsten war ich aber in die deutschsprachige SF Community nicht eingebunden. Obwohl weltweit über 20000 Schreiber teilgenommen haben, war der deutsche Anteil verschwindend gering – wie auch schon beim NaNoWriMo. Das ist zwar etwas schade, aber vielleicht lässt sich der Bekanntheitsgrad dieser Aktionen ja in den nächsten Jahren noch steigern. Ich versuche es zumindest weiterhin durch meine penetrante Bloggerei.
Für mich war das Script-Schreiben vor allem eines: erfrischend. Ich konnte direkt erleben, wie Charaktere lebendig wurden, ohne mich um zu viel anderes kümmern zu müssen. Teilweise habe ich etwas Anlauf gebraucht, um mich zu überwinden, weiterzuschreiben, wenn ich aber erst mal drin war, ging es immer sehr schnell voran.
Wer mal den NaNoWriMo komplettiert hatte, sollte mit dem Script Frenzy nicht überfordert sein. Gerade Schreibanfängern, die gerne mehr schreiben würden, kann ich den Script Frenzy empfehlen. Während des Script Frenzys wird man zwar mit einigen Eckpfeilern des Schreibens (Charakterbildung, Spannungsbögen, Dialogführung…) konfrontiert, erlebt aber viel wahrscheinlicher ein Erfolgsergebnis, als etwa beim NaNoWriMo.
Auch wenn ich mit den beiden unfertigen Scripten wohl nichts anfangen werde, kann ich mir sehr gut vorstellen, mal wieder ein Script zu schreiben. Dann vielleicht mit etwas mehr Kenntnis der Materie und einer intensiveren Vorbereitung. Fragt sich nur noch, worüber.
Veröffentlicht am 1.Mai 2010
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