Vegetarismus

Veröffentlicht am 4.Januar 2009

Vor einem Jahr habe ich mich zum ersten Mal begonnen, mich vegetarisch zu ernähren. Nach einigem hin und her bin ich Vegetarierin geblieben.

Die Geschichte

Dezember 2007 stolperte ich über Steve Pavlinas Blog. Schon nach dem ersten Artikel, weckte der Blog massives Interesse in mir. Ich begann, ihn regelmäßig zu lesen. Steve war zu diesem Zeitpunkt Veganer (seit sieben Monaten ernährt er sich nun ausschließlich roh). Ich las einige Artikel von ihm, in denen er schilderte, welche Vorteile er mit vegetarischer und später dann mit veganer Ernährung erfahren hatte.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, auf Fleisch zu verzichten. Warum sollte ich auf etwas verzichten, was mir Lebensqualität schenkte? Doch die Vorteile, von denen er sprach, machten mich neugierig. Ich beschloss dem Vegetarismus eine Chance zu geben. Ich verpflichtete mich für eine 30-Tages-Trial ohne Fleisch und Fisch. Nach der Trial kehrte ich erstmal wieder zurück zu Fleisch. Allerdings wurde mein Fleischkonsum immer weniger, bis ich dann (etwa anderthalb Monate später) wieder Vegetarierin wurde. Seitdem habe ich mich fast vollständig vegetarisch ernährt. Es gab zwar ein paar Rückfälle, diese haben sich jedoch sehr beschränkt.
Der ursprüngliche Grund, Vegetarier zu werden, war meine Neugier: Wenn diese Ernährungsart anderen Menschen Vorteile brachte, warum dann nicht auch mir? Danach fiel es mir nicht mehr schwer, auf Fisch und Fleisch zu verzichten, denn ich wusste, was mir der Vegetarismus brachte.

Vorteile

Keine Verdauungsschwierigkeiten mehr

Ich hatte manchmal Bauschmerzen gehabt, bevor ich Vegetarier wurde, die, wie mir im Nachhinein auffiel, immer im Zusammenhang mit Fleischverzehr auftraten. Diese Bauchschmerzen sind nie aufgetreten, wenn ich mich vegetarisch ernährt habe.

Gefühl von Leichtigkeit

Nach dem Essen fühle ich mich leichter und weniger aufgeblasen und müde, als früher. Selbst nach größeren Mahlzeiten fühle ich mich besser und leichter. Da mir das Essen nun nicht mehr so viel Energie raubt, kann ich meine Energie für Dinge verwenden, die mir mehr Spaß machen, als zu verdauen.

Gesundheit

Das letzte Mal, dass ich krank war ist nun ziemlich genau ein Jahr her. Früher wurde ich während des Winters normalerweise bis zu drei Mal krank und manchmal sogar im Sommer. Interessanterweise hatte ich während dieses Jahres nur dann Erkältungssymptome, wenn ich davor Fleisch gegessen hatte.

Mehr Mitgefühl

Seit ich mich vegetarisch ernähre, habe ich größeres Mitgefühl für Tiere. Ich sehe Tiere als Lebewesen und nicht als Lebensmittel. Wenn ich das Wort „Fleisch“ höre, denke ich nicht mehr an ein Steak oder ein gebratenes Hühnchen, sondern eher an rohes, blutiges Fleisch, dass Teil eines Körpers ist. „Fleisch“ erinnert mich fast mehr an Menschen- als an Tierfleisch.

Fleischkonsum scheint mir aber auch allgemein einen Teil meiner Mitgefühlfähigkeit zu rauben. Ich habe festgestellt, dass ich nach Fleischkonsum oft grundlos aggressiv und hasserfüllt werde, nicht nur in Bezug auf andere Leute, sondern auch auf mich. Das ist wirklich eine der hässlichsten Seiten des Fleischkonsums und für mich einer der bewegendsten Gründe, Vegetarierin zu bleiben: Ich möchte mein Mitgefühl behalten.

Sonstige Vorteile

Dazu kommen nun eine ganze Menge andere Vorteile. Durch meine Vegetarismus unterstütze ich nicht die Fleischindustrie, was sowohl ethische als auch umweltbezogene Vorteile hat. Ich möchte mich darüber an dieser Stelle nicht auslassen, weil das den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Außerdem haben da andere Webseiten bereits gute Arbeit geleistet. Wer also mehr erfahren würde, kann ja mal nach „Massentierhaltung“ googlen.

Nachteile

Verzicht auf ein „Lebensmittel“

Der vielleicht größte Nachteil, der mir in den Sinn kommt, ist, dass man auf den Fleischgeschmack verzichten muss, bzw. auf eine Reihe von Gerichten (das waren bei mir alle meiner Lieblingsgerichte). Dieser Nachteil scheint allerdings größer als er ist: Während meiner Rückfälle habe ich bemerkt, dass mir Fleisch nicht so gut schmeckt, wie ich dachte.

Außenseiter

Wie bei allen Nicht-Mainstream-Entscheidungen muss man mit den Konsequenzen klar kommen, ein Außenseiter zu sein. Das heißt auch, dass man lernen muss, dazu zu stehen, Vegetarier zu sein, wenn alle um einen herum Fleisch essen. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass man ab und an deswegen provoziert wird. Da ich sonst auch nicht gerade Mainstream bin, kann ich damit ganz gut umgehen. ;)

Lebensqualität vs. Vegetarismus

Fleischkonsum wird von vielen Menschen als ein Stück Lebensqualität wahrgenommen. Nach meinen Erfahrungen, in denen mir die Konsequenzen meines Fleischkonsums bewusst geworden sind, kann ich das allerdings nicht mehr bestätigen. Meine Lebensqualität hat sich nach der Umstellung so erhöht, dass mich die Nachteile kaum jucken. Die Nachteile des Fleischkonsums würden mich um einiges mehr stören.

Ernährungswissenschaft

In der Wissenschaft gibt es genauso Vertreter des Fleischkonsums, als auch Vertreter des Vegetarismus. Wenn ich danach gehen würde, was mir die Ernährungswissenschaft sagt, könnte ich mich wahrscheinlich nie entscheiden. Ich glaube, es ist wichtiger, in solchen Sachen auf sich selbst zu hören und selbst zu recherchieren, als vorgefertigte Meinung zu übernehmen. Gerade dann wenn es um den eigenen Körper geht.

Weitere Schritte

Ich möchte dieses Jahr einmal ausprobieren, wie es ist, sich vegan zu ernähren. Das Ganze möchte ich wieder innerhalb von 30 Tagen austesten. Wann ich diesen Schritt gehe, steht noch nicht fest. Im Moment recherchiere ich viel zu diesem Thema. Für Tipps und Ratschläge wäre ich dankbar.

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6 Responses to Vegetarismus

  1. Schaps says:

    Die Meinung ist tatsächlich auch in der WIssenschaft gespalten…was sicher ist, ist, dass Vegetarier stärker auf Eiweiß achten müssen, weil das in Fleich recht viel vertreten ist. Ein weiteres Problem für vegetarisches Leben ist der menschliche Metabolismus, der hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte auf eine tierische Ernährung eingestellt und kann Probleme machen wenn eine Umstellung erfolgt. Dass Fleischkonsum überflüssig ist, also ethisch nicht vertretbar kann man heutzutage ja vielleicht denken, aber er war unerlässlich für den Menschen. Europa war nicht immer so “warm” wie heute, zu Zeiten der Eiszeit zB gab es hier kaum Pflanzen und wenn, dann waren sie eingefroren..tierische Produkte haben dazu auch viel mehr Energie geliefert, als es die spärlichen PFlanzen konnten. Es hat also einen evolutionären Hintergrund warum wir Tiere essen.

  2. ALICE says:

    Eiweiß ist für die meisten Vegetarier kein Problem, da sie ja immer noch Milchprodukte zu sich nehmen. Und selbst bei Veganern ist Eiweißmangel relativ selten.

    Mein Organismus hat auch keine Probleme bei der Umstellung gemacht, wie man sieht. ;) Von welchen Problemen redest du denn konkret?

    Kann gut sein, dass Fleischkonsum eine evolutionäre Notwendigkeit war. Damit kenne ich mich nicht gut genug aus. In Notsituationen essen Menschen auch schon mal andere Menschen, um zu überleben. Das heißt ja nicht, dass das besonders empfehlenswert ist.

  3. Schaps says:

    Hehe…nein, andere Menschen zu essen ist nicht empfehlenswert, dagegen widerspricht auch ganz eindeutig die Ethik :)
    Aber vegetarisch oder öh, ja “normal” ist auch egal. Beide leben gleich gesund, wenn man die richtige Menge von allem wählt. Wenn es bei dir keine ethischen Gründe sind, welche denn eigentlich dann?

  4. ALICE says:

    Dazu fällt mir nur ein: Siehe Artikel. :D

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  6. Pingback: 30 Tage vegan | ALICE HIVE

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