Warum zu viele Aufgaben auch keine Lösung sind

Ich habe euch ja bereits von meiner Mastermindgruppe erzählt. Schon nach kurzer Zeit waren wir an dem Punkt angekommen, an dem die Aufgabenlisten sich bei einigen in die Länge zogen. Statt ein bis zwei Aufgaben pro Tag, gab es To-Do-Listen mit bis zu sechs Aufgaben.
Damit wurde es aber nicht nur unübersichtlich, sondern auch schwieriger für den Einzelnen, alle Aufgaben zu erledigen. Da ich mit meinen 1-2 Aufgaben pro Tag sehr gute Ergebnisse erzielt hatte, verfasste ich einen Text, in dem ich die Vorteile des „Wenigtuns“ schilderte.

Da es keinen Grund gibt, euch den Text vorzuenthalten, habe ich ihn nun für euch übersetzt (wir sprechen Englisch in der Gruppe):

Wir haben mit einer, maximal zwei Aufgaben pro Tag begonnen. Mittlerweile haben wir Aufgabenlisten mit sechs oder sieben Aufgaben pro Tag!

Bevor die Aufgabenliste noch mehr wächst, denke ich, dass es gut wäre, unsere Aufgaben wieder auf ein bis zwei Stück pro Tag zu reduzieren.

Warum?

1) Erfolg

Erstens ist es viel unwahrscheinlicher mit einer großen Aufgabenliste Erfolg zu haben, als mit einer kleinen. Natürlich ist es nicht wichtig, dass wir immer Erfolg haben – aber wir wollen den Erfolg doch möglich machen, oder? Erfolg bedeutet Motivation. Und Motivation bedeutet noch mehr Erfolg. Lasst uns erfolgreich werden!

2) Gefahr, zu viel zu tun

Als jemand, der sehr bestimmt darin ist, viele ambitionierte Ziele zu erreichen, laufe ich immer Gefahr, zu viel zu tun. Ich denke, einige von euch werden dieselbe Tendenz haben. Noch mehr auf unsere To-Do-Listen zu packen, wird uns damit nicht helfen.
Zu viel auf unseren täglichen To-Do-Listen lässt uns höchstens so fühlen, als wären wir ständig gehetzt. Sich hetzen bedeutet, das Bewusstsein über das Jetzt zu verlieren. Verfangt euch nicht so in den Ergebnissen, dass ihr vergesst zu leben!

3) Mangel an Spontaneität

Du hast dich also für eine große To-Do-Liste entschieden. Du beginnst, sie abzuarbeiten. Und während du dein Badezimmer putzt, kommt dir die beste Blogartikelidee ever in den Sinn! Aber statt dich hinzusetzten und den Artikel zu schreiben, hast du noch Stunden anderer Aufgaben vor dir – einfach weil du dich dazu verpflichtet hast.
Wenn ihr keine Zeit mehr dafür übrig habt, spontan zu sein, kann euer Leben nicht nur schnell ziemlich langweilig, ihr gebt damit auch viele Chancen weg, die euer Leben verbessern könnten.

4) Mehr ist nicht mehr

Warum sind reiche Leute reich? Sind sie es, weil sie länger arbeiten? Natürlich nicht (auch Bill Gates hat nur 24 Stunden am Tag). Warum erreichen erfolgreiche Menschen bessere Ergebnisse? Ihre Ergebnisse sind nicht besser, weil sie mehr tun, sondern weil andere Dinge tun oder die Dinge anders tun.
Warum also tun und tun und tun, wenn es letztlich doch nicht viel ändert?

Wenn es euch nicht genug motiviert, nur zwei Aufgaben zu erledigen, wählt andere Aufgaben! Probiert etwas Neues aus, macht etwas, das euch erschreckt, macht etwas komplett anders, als ihr es normalerweise tun würdet. Wählt nicht nur Aufgaben aus, die ihr sonst sowieso tun würdet, entscheidet euch für welche, die in eurem Leben wirklich etwas ausmachen!

„Nur zwei Aufgaben – aber so viel Zeit!?“

Natürlich könnt ihr mehr tun! Aber wie wäre es, wenn wir uns nur an 1 bis 2 Aufgaben im Rahmen der Mastermindgruppe verpflichten würden?

Sucht euch einfach die wichtigsten Aufgaben aus, die dringendsten, diejenigen, die ihr ohne die Unterstützung durch die Gruppe wahrscheinlich nicht tun würdet, diejenigen, die euch Angst machen, diejenigen, die von euch verlangen, dass ihr eure Komfortzone verlasst. Und was ihr auch immer verlangt: Verpflichtet euch dazu, sie zu erledigen!

Wir sind nicht hier, um unsere To-Do-Listen auszutauschen, und so weiterzumachen, wie wir es immer getan haben. Wir wollen uns verändern, richtig? Wir wollen andere Ergebnisse – deswegen müssen wir andere Dinge tun, oder die Dinge anders tun.

Die Prinzipien, die ich in dem Text anspreche, sind natürlich nicht nur dann gültig, wenn man Mitglied einer Mastermindgruppe ist. Die Mastermindgruppe ist nur ein Rahmen, der einen dabei unterstützt Prioritäten zu setzen.
Um Prioritäten zu setzen, braucht man keine Gruppe. Wenn du weißt, was dir wichtig ist, kannst du für dich selbst Prioritäten festlegen.

Wichtig dabei ist, sich nicht verlocken zu lassen, alles zur Priorität zu machen. Oft genügt schon eine einzelne Aktion, um etwas größeres verändern zu können. Wenn du dich auf diese Art von Aufgaben konzentrierst, kannst du um einiges effizienter arbeiten.

Um sich für eine bestimmte Aufgabe zu entscheiden, kann folgende Fragestellung helfen: „Welche Aufgabe würde/könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit den größten (positiven) Unterschied in meinem Leben machen?“
Wenn du jeden Tag eine oder zwei solcher Aufgaben erledigen kannst, ist es nur logisch, dass du in kurzer Zeit beachtliche Fortschritte machst.

Also: Wenn du dich heute für nur eine Aufgabe entscheiden könntest, was würdest du tun?

Veröffentlicht am 20.März 2010

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2 Responses to Warum zu viele Aufgaben auch keine Lösung sind

  1. Zelina says:

    meine beobachtungen und umsetzungsmaximen sind wie folgt. todo liste ja, allerdings nie parallel abarbeiten sondern nur hintereinander. erst wenn ein teil fertig ist, das nächste anfangen.

  2. Guter Punkt.. Viele von euch haben sicherlich auch das LoA im Hinterkopf. Dieses arbeitet ja sehr oft mit spontanen Inspirationen, wenn du dir deinen Terminkalendar jedoch vollstopfst, bleibt dafür kein Platz ..

    Außerdem kann es gut sein, dass all die vielen Aufgaben im Grunde genommen nur dazu da sind, um sich von der wichtigsten Aufgabe zu drücken.. weil sie uns sehr viel Angst macht.

    Einzig bleibt mir die Frage, wie ich unterscheide zwischen einer Aufgabe die mir bloß Angst macht und einer, die nicht mit meinem higher purpose im alignment steht und ich deshalb discomfort verspühre. :)

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