Veröffentlicht am 14.Januar 2009
Die grundlegende Methode, mit der du deine Realität bestimmst und veränderst, ist durch deinen Fokus. Das, worauf du dich fokussierst wird sich in deiner Realität maniestieren.
Du kannst bestimmten Dingen auf zwei verschiedene Arten fokussieren: Durch deine Gedanken und Gefühle und durch dein Handeln.
Gedanken und Gefühle
Bei Gedanken und Gefühlen ist das sehr offensichtlich: Wenn du dich auf einen Gedanken fokussierst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du innerhalb kürzester Zeit einen ähnlichen oder zusammenhängenden Gedanken denken wirst. Die Gedanken verursachen dann Gefühle, die sich ebenso ähneln wie die Gedanken.
Meistens bleibst du mit deinen Gedanken innerhalb einer „Gefühlsebene“. Wenn du verärgert bist, denkst du ärgerliche Gedanken, die wiederum das Gefühl des Ärgers aufrechterhalten.
Mal angenommen, du stehst im Supermarkt an. Der Kassierer ist neu, die Schlange lang und du hast es eilig. Nun beginnt einer der Kunden auch noch mit dem Kassierer über ein Preisschild zu streiten. Es geht dabei um ganze 7 Cent. Du schaust auf die Uhr und beginnst dich zu ärgern. Du fokussierst dich auf das, was dich ärgert und denkst „Warum dauert das nur so lange?“, „Kann der Vollidiot nicht anderen Leuten den Tag versauen?“ „Ich hasse sowas“ „Solche Leute sollte man einsperren“ etc. Eventuell finden deine Gedanken sogar andere Objekte, aber das Gefühl bleibt dasselbe: „Und wenn ich dann raus gehe, erfriere ich mich wieder halb zu Tode“, „Das Geschrei dieses Kindes macht mich total wahnsinnig“, „Und jetzt krieg ich auch noch Kopfschmerzen“.
Es kommt nicht auf das Objekt an. Deine verärgerten Gedanken finden schon ein Objekt. Es kommt darauf an, welches Gefühl in deinen Gedanken mitschwingt. Ärgerliche Gedanken ziehen ärgerliche Gedanken an. Traurige Gedanken ziehen traurige Gedanken an. Und glückliche Gedanken ziehen glückliche Gedanken an. Das was du fühlst, bestimmst du.
Zugegeben ist es anfangs nicht leicht, Kontrolle über seine Gedanken zu bekommen. Meistens haben einen die Gedanken in ihrer Kontrolle. Aber mit etwas Übung lassen sich bald schon Erfolge verzeichnen.
Wenn du dir darüber bewusst wirst, welche Gedanken im Moment dominieren, kannst du auch beginnen, sie zu verändern. Das funktioniert nicht auf einen Schlag, sondern ist ein Prozess:
Gedanken verändern
Beobachte die Gedanken in deinem Kopf und finde heraus, welches Gefühl sie dir geben. Nun versuche einen Gedanken zu finden, der sich besser anfühlt, als die Gedanken, die du gerade denkst. Dabei geht es nicht darum, was du denkst, was besser ist, sondern darum, was du fühlst, was besser ist. Ein ärgerlicher Gedanke kann sich z.B. besser anfühlen, als ein trauriger, obwohl man objektiv nicht sagen könnte, was besser ist.
Spiele das Spiel so weiter. Versuche immer einen Gedanken zu finden, der sich besser anfühlt, als die letzten. So arbeitest du dich langsam hoch, bis es dir richtig gut geht.
Das kann eine Weile dauern, wenn man es nicht gewohnt ist. Wenn du nicht überzeugt von einem neuen Gedanken bist, oder wenn er sich schlechter anfühlt, als der letzte, kehre wieder zum letzten zurück.
Auf diese Art und Weise kannst du lernen, deinen Fokus bewusst auf Gedanken und Gefühle zu lenken, die sich erfüllt anfühlen, anstatt auf die, die dich ärgern oder dich traurig machen. Wenn du dich natürlich lieber ärgern und traurig sein möchtest, kannst du das natürlich ebenfalls bewusst herbeiführen.
Deine Gedanken und Gefühle beeinflussen nicht nur deine Innenwelt, sondern auch deine Außenwelt. Deine Handlungen basieren auf ihnen und deine Wahrnehmung. Genau wie sich deine Gedanken immer wieder passende nachfolgende Gedanken suchen, sucht sich deine Wahrnehmung nämlich das aus, worauf du dich fokussierst.
Falls du daran zweifelst, mach doch mal den folgenden Aufmerksamkeitstest. Es geht darum, zu zählen, wie viele Pässe das weiße Team macht:
(Dieses Video habe ich auf André Loibls Blog gefunden.)
Wenn du also ein Leben haben willst, für das du dankbar sein kannst, beeinflusse deine Gedanken so, dass sie dankbar sind. Sei dankbar. Kreiere deine Dankbarkeit, dein Glück, deine Erfüllung selbst.
Ist es nicht ermutigend, dass du nicht auf äußere Impulse warten musst, die dich deinem Glück näher bringen, sondern völlig frei und selbstständig diesen Zustand erreichen kannst?
Handlungen
Unabhängig von deinen Gedanken, veränderst du ständig deine Realität, indem du handelst und damit deinen Fokus auf bestimmte Dinge richtest. Stell dir dein Handeln als eine Art sichtbarer Fokus vor.
Wenn du etwas tust, erzielst du Ergebnisse in diesem Bereich. Und je mehr du etwas tust, desto mehr Ergebnisse erzielst du. Ein Ergebnis kann positiv, negativ oder neutral sein.
Ganz offensichtlich wirkt sich dein Tun auf dich selbst auf: Du spielst viel Gitarre, also werden deine Gitarrenfähigkeiten besser. Du gehst den ganzen Tag deiner Lieblingsbeschäftigung nach, also fühlst du dich gut. Du versuchst dich den ganzen Tag abzulenken, also bist du unproduktiv.
Aber dein Handeln interagiert auch mit der Umwelt: Du gehst zu MacDonalds, also hat MacDonalds mehr Geld und kann es für seine Zwecke ausgeben. Du reparierst das Auto eines Freundes, also ist er mobiler und kann er dich mal nach Hause fahren. Du kaufst Fleisch, also bestellst du mit deiner Nachfrage die Schlachtung weiterer Tiere. All diese Konsequenzen wären ohne deinen Fokus nicht entstanden.
Auf irgendeine Art und Weise, auch wenn das sehr indirekt sein kann, wird sich deine Handlung letztlich wieder auf dich selbst auswirken.
Aber selbst ohne eine direkte Handlung kannst du deine Umwelt und Realität beeinflussen. Nämlich als Vorbild. Wenn du schon mal auf einem Konzert weißt, kennst du das Phänomen, das sich die Leute immer andere Leute als Vorbild suchen: Einer ist derjenige, der anfängt, im Takt mitzuklatschen, einer ist derjenige, der als erstes auf und abspringt und die anderen tun es ihm nach. Wenn du besonders fleißig, aber auch besonders unproduktiv bist, kann das andere Leute, mit denen du zu tun hast, anstecken.
Und sicherlich kennst du es auch, dass du Lust darauf bekommst, etwas zu tun, wenn jemand anderes etwas tut. „Die essen Eis. Ich will auch ein Eis.“
Solche Mechanismen laufen unbewusst ab. Man kann sich aber auch bewusst ein Vorbild nehmen: Wenn du deinen Fokus auf Erfolg gestellt hast und in Folge dessen erfolgreich bist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Leute nach dir orientieren. Sie werden so sein wollen wie du, um ebenfalls erfolgreich zu sein. Du fokussierst dich auf den Erfolg und sie fokussieren sich auf dich.
Wenn du erfolgreich bist mit deiner neuen Diät, werden sich Leute an dir ein Beispiel nehmen und der Diät eher eine Chance geben.
Indem du Leute beeinflusst, beeinflussen sie dich in einer ähnlichen Weise. Die Leute, die aufgrund dessen erfolgreich werden, weil sie sich ein Beispiel an dir genommen haben, können dich wiederum beeinflussen, noch erfolgreicher zu werden.
Ein Vorbild wirst du nur als Konsequenz deines Fokus. Dadurch, dass andere Menschen, dir Aufmerksamkeit widmen, dich fokussieren, werden sie dir ähnlicher.
Handlungen und Gedanken kann man natürlich nicht voneinander trennen. Deswegen bringt es nichts, den einen oder den anderen Bereich zu bevorzugen oder zu vernachlässigen. Wenn du dir bewusst wirst, wie Handlungen und Gedanken zusammenhängst, kannst du noch besser entscheiden, worauf du dich fokussieren möchtest.
Wie du siehst, hängt alles zusammen. Durch deinen Fokus beeinflusst du nicht nur dich, sondern auch deine Umgebung. Damit bist du gleich doppelt verantwortlich, hast aber auch die Macht, deine Realität so zu verändern, wie du möchtest.
Worauf ist dein Fokus gerichtet?
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Toller Artikel!! Wirklich gut und sehr anschaulich geschrieben. Gefallen hat mir, dass du es als ein Spiel bezeichnest. Meine Erfahrung ist, dass die Leute, die spielerisch an die Veränderung ihrer Gedanken herangehen auch am schnellsten die gewünschten Ergebnisse haben.
Frohe Ostern
@Heiko: Danke für deinen Kommentar! Wenn man das Leben als Spiel sehen kann, macht es um einiges mehr Spaß.
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